12.03.2013 14:37 |

Millionengeschäft

Microsoft Österreich erfreut über sein rasantes Wachstum

Microsoft Österreich hat das Geschäft im Halbjahresvergleich um acht Prozent gesteigert. Das deutlichste Plus gab es im Großkundenbereich mit 26 Prozent. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen unter Verweis auf die Konzernstrategie nicht. Microsoft sei jedenfalls hierzulande doppelt so schnell gewachsen wie der Markt, so Geschäftsführer Georg Obermeier bei einer Pressekonferenz in Wien. Nach Analysteneinschätzung liegt das Umsatzvolumen von Microsoft Österreich bei rund 400 Mio. Euro.

43 Prozent des Ergebnisses kommen aus dem Großkundenbereich, 32 Prozent macht der Mittelstand aus, ein Viertel entfällt auf den Consumer-Bereich, den man zuletzt forciert habe. Wesentlichster Geldbringer unter den Produkten ist der Office-Sektor mit 47 Prozent am Gesamtgeschäft, 30 Prozent machten die Serverlösungen aus. Consumer-Produkte wie die Xbox 360 und das Betriebssystem Windows 8 sind im Geschäftskundenbereich weniger umsatzrelevant, dafür bei Privatkunden umso begehrter. Bei den Office-Produkten, die es seit kurzer Zeit auch im Abo zu kaufen gibt, sieht Microsoft-Chef Obermeier (im Bild rechts) einen Trend hin zur Abo-Variante Office 365.

Obermeier ortet Trend zur Cloud-Lösung Office 365
Konkrete Verkaufszahlen konnte Microsoft zwar noch nicht nennen, weil Office 2013 und die Abo-Variante Office 365 dazu noch nicht lang genug auf dem Markt seien, es zeichne sich jedoch bereits ab, dass das Abo-Office von den Unternehmenskunden gut angenommen werde, so Obermeier. "Der Trend ist da. Viele Großkunden entscheiden sich für die Cloud-Lösung", sagt er. Besonders in den skandinavischen Ländern sei das Abo-Office gefragt, aber auch hierzulande sei es wegen des Vorteils, dass die Daten zentral in der Cloud zur Verfügung stehen, beliebt.

Sehr zufrieden zeigte man sich mit der Entwicklung beim im Oktober der Vorjahres eingeführten Windows 8. Es verkaufe sich ähnlich gut wie der Vorgänger Windows 7, so die Microsoft-Führung. Bisher habe der Mangel an passenden Endgeräten zwar den Verkauf etwas gebremst, aber dieses Manko werde zusehends geringer. Dafür sorgt auch Microsoft selbst: Das Unternehmen hält derzeit in der Wiener Hofburg seine Hausmesse "Microsoft Day" ab, bei der zahlreiche Hybridgeräte, die sowohl als Tablet, als auch als Notebook genutzt werden können, gezeigt werden. Der Softwarekonzern rechnet mit rund 1.500 Besuchern bei der Messe.

Internet Explorer hat Österreich-Marktanteil von 34 Prozent
Mit der Frage konfrontiert, wie die österreichische Niederlassung von Microsoft auf die erst kürzlich verhängte EU-Kartellstrafe gegen das Unternehmen reagiert, antwortet Microsoft-Sprecher Thomas Lutz: "Man muss es zur Kenntnis nehmen. Wenn man Fehler macht, muss man mit einer Strafe rechnen". Grundsätzlich könne sich die österreichische Microsoft-Niederlassung jedoch nicht zu dem Fall äußern, schließlich würden die Entscheidungen, die von der EU kritisiert wurden, in der Konzernzentrale im US-amerikanischen Redmond getroffen. Insgesamt habe der Internet Explorer derzeit in Österreich noch einen Marktanteil von 34 Prozent unter den hierzulande 5,8 Millionen Internetnutzern.

Der Konzern beschäftigt in Wien und Graz rund 340 Mitarbeiter, weiters sind noch 5.500 Partner mit rund 65.000 Beschäftigten eingebunden. "Insgesamt beträgt die Wertschöpfung von Microsoft in Österreich und seinen Partnern damit rund 2,2 Mrd. Euro - das sind 0,7 Prozent des BIP", so Finanzchef Robert Kögl (im Bild links). Der Löwenanteil dieser Wertschöpfung sei dabei in Ostösterreich, konkret Wien, Niederösterreich und der Steiermark angesiedelt.

Microsoft lobt Heimarbeit, will Frauenanteil steigern
Die Wichtigkeit des IT-Sektors betont Microsoft-Chef Obermeier mit dem Verweis auf den Beitrag zum Gesamtwirtschaftswachstum in Österreich. Fast ein Drittel des gesamten heimischen Wirtschaftswachstums entstehe durch die boomende österreichische IT-Branche. Im Zuge des Pressegesprächs thematisierte Microsoft auch die Arbeitsbedingungen in seiner Wiener Niederlassung, deren Büroräumlichkeiten sich durch eine offene, moderne Bauweise auszeichnen.

Im Gegensatz zu Yahoo-Chefin Marissa Mayer (siehe Infobox) sei man bei Microsoft der Ansicht, dass Heimarbeit durchaus ihre Berechtigung habe. Dies betont Microsoft Österreich insbesondere auch im Hinblick darauf, dass das Unternehmen derzeit bemüht ist, den Frauenanteil von momentanen 25 Prozent im Unternehmen zu steigern. Man suche Technikerinnen, nicht nur Marketing- und Sales-Mitarbeiterinnen, so Obermeier. Unternehmenssprecher Lutz fügt hinzu: "Wir suchen ständig gute Leute". Man brauche sich nur die Stellenausschreibungen auf der Microsoft-Österreich-Website anzuschauen.

Microsoft will "All-Devices-Company" werden
Verwiesen wurde auch auf die zahlreichen Ausbildungsangebote von Microsoft. So wurden seit 2006 rund 1.000 Kindergärtner mit der kostenlosen Sprachtrainings-Software "Schlaumäuse" versorgt und auch Lehrer und Studenten unterstütze der Konzern. Bei der IT-Fitnessalternative im Internet, die ebenfalls von Microsoft unterstützt wird, hätten mittlerweile rund 40.000 Personen teilgenommen, heißt es vonseiten des Software-Riesen.

Hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsstrategie kündigt Geschäftsführer Obermeier an, Microsoft werde sich vom reinen Softwarekonzern zur "All-Devices-Company" wandeln, die sowohl Services als auch Hardware, auf denen diese Services laufen, anbieten wolle. Ein erster Schritt in diese Richtung ist Microsofts Windows-RT-Tablet Surface RT, das seit rund einem Monat in Österreich erhältlich ist. Kolportiert wird auch ein Microsoft-Smartphone, das in Arbeit sein soll.

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