Unterhaltungsmusik mit Haltung – mit sozialkritischen Texten sorgte Udo Jürgens in der Musikszene für eine Revolution. „Griechischer Wein“ bereitete ihm aber über zwei Jahre Bauchweh.
„Unterhaltungsmusik muss auch eine Haltung beinhalten“ – so eine der wichtigsten Philosophien von Udo Jürgens. Und dieser ist sich der Komponist und Entertainer stets treu geblieben. „Reinhard Mey sagte einmal: ,Hätte Udo nicht mit dieser Art von Liedern, diesen Texten angefangen, hätte ich mit meinen keine Chance gehabt’“, erzählt der Kärntner in einem Interview stolz.
Und spricht von einer Art Revolution in der deutschsprachigen Musik, die das „Ehrenwerte Haus“ damals ausgelöst hat. Eine Frau, die ihren Hund verwöhnt und dabei auf ihre eigenen Kinder vergisst. Und wenn der Mann weg ist, den Briefträger empfängt. Oder die rassistische Abneigung einem ausländischen Hausbewohner gegenüber – für die damalige Zeit so heftige Textzeilen, die eigentlich undenkbar gewesen wären.
„Und ich bin mit solchen Texten dann plötzlich auf Top-Positionen in den Hitparaden gekommen“, erinnert sich Udo Jürgens. Und es sollten unzählige weitere Hits, Evergreens mit tiefgründigen, sozialkritischen Texten folgen. Wie „Griechischer Wein“, der am Ende zum Partyhit wurde, obwohl er die traurige, melancholische Geschichte eines Gastarbeiters erzählt.
„Idee kam nach dem Urlaub“
„Das war wohl das schwierigste Lied, das ich in meiner Karriere geschaffen habe. Nach einem Griechenland-Urlaub kam mir die Idee für die Musik. Die war schnell fertig – und alle meinten: Das wird ein Hit. Aber es dauerte schließlich zwei Jahre, bis wir den für uns passenden Text gefunden haben. Und es wurde tatsächlich schließlich ein Hit – auch wenn viele den Text überhört haben.“
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