"Einziges Mittel"

Flughafen-Streik in D: 172 Flüge ausgefallen

Wirtschaft
12.03.2013 08:05
Wochenbeginn mit langen Warteschlangen: Aufgrund eines erneuten Streiks des Sicherheitspersonals am Düsseldorfer Flughafen ist es am Montag zu zahlreichen Flugausfällen gekommen. Schon im Vorfeld des von 4 Uhr Früh bis Mitternacht angesetzten Ausstands waren mehr als 160 Flüge gestrichen worden. Anlass der Kampfmaßnahmen am drittgrößten Flughafen Deutschlands waren Forderungen der Arbeitnehmer nach einer Lohnerhöhung. Nach den jüngsten Ausständen dürften die Tarifparteien wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.

An den Terminals in Düsseldorf bildeten sich schon in der Früh lange Warteschlangen, da nur wenige Abfertigungsschleusen geöffnet werden konnten. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere nach Möglichkeit "weitestgehend auf Handgepäck verzichten".

Gewerkschafter: "Streik legitim und das einzige Mittel"
Insgesamt wurden am Montag 53.200 Passagiere am Flughafen in Düsseldorf erwartet. Von den geplanten 593 Starts und Landungen waren bereits 166 Flüge gestrichen worden, als die Streikabsicht bekannt wurde. Insgesamt wurden bis zum späten Montagnachmittag 137 Abflüge und 35 Landungen abgesagt. Auch Flüge aus und nach Österreich waren betroffen.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte, der Streik sei legitim und "das einzige Mittel, um die Lohnforderungen durchzusetzen". In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft mit Streiks der Sicherheitsleute sowohl in Düsseldorf als auch in Köln/Bonn wiederholt für erhebliche Behinderungen gesorgt. Auf diese Weise hofft man, die Arbeitgeberseite zügig wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Gewerkschaft erwarte "einen Tarifabschluss vor den Osterferien", zeigte sich Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker optimistisch.

Tarifparteien wollen wieder miteinander reden
Diese Prognose scheint auch realistisch zu sein, denn nach den jüngsten Ausständen möchten die beiden Seiten wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Beide Seiten haben wieder Kontakt aufgenommen und suchen "nach einem kurzfristigen Verhandlungstermin", teilte Verdi am Montag in Düsseldorf mit.

Zuvor hatten sich die Tarifparteien in Hamburg auf Lohnerhöhungen von insgesamt 15 Prozent geeinigt. Dieser Tarifabschluss sei "ein guter Anlass, die Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen wieder aufzunehmen", unterstrich Verdi.

Tarifverhandlungen seit Langem festgefahren
Der Tarifkonflikt in der Sicherheitsbranche ist in Nordrhein-Westfalen seit Langem festgefahren. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro pro Stunde. Für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe hätten die vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) vertretenen Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr angeboten.

Die Arbeitgeber werfen Verdi hingegen vor, die Forderungen liefen auf Erhöhungen um bis zu 43 Prozent hinaus. Der BDSW habe nämlich für die Fluggastkontrolleure für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 13,7 Prozent mehr Lohn geboten und für die untere Lohngruppe insgesamt 9,2 Prozent.

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