Es ist die erste Abwertung der Bonität des Euro-Krisenlandes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts zwischen Mitte-Links unter Pierluigi Bersani (Bild links) und Mitte-Rechts unter dem skandalumwitterten Ex-Premier Silvio Berlusconi (Bild rechts) für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten. Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau. Zudem droht Fitch Italien eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating ist "negativ".
Das Ergebnis der Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar mache die Bildung einer stabilen Regierung in den nächsten Wochen unwahrscheinlich, begründete die Agentur die Herabstufung. Die Ratingagentur spricht von einer gestiegenen politischen Unsicherheit und einem schwierigeren Umfeld für weitere strukturellen Reformen.
Polit-Unsicherheit auch "Schock" für Realwirtschaft
Dies stelle einen "Schock" für die Realwirtschaft dar, die sich bereits in einer tiefen Rezession befinde. Eine schwache Regierung dürfte laut Fitch nur langsam und weniger entschlossen auf externe Schocks reagieren.
Die Rezession in Italien sei bereits eine der schwersten in Europa, schreibt Fitch in seinem Kommentar weiter. Der unerwartete Rückgang der Beschäftigung als auch anhaltend schwache Konjunkturindiktoren würden für ein gestiegenes Risiko einer noch schärferen und länger andauernden Rezession sprechen.
Fitch erwartet schrumpfende Wirtschaft
Laut Fitch dürfte die italienische Wirtschaft im Jahr 2013 um 1,8 Prozent schrumpfen. Im Jahr 2012 war das Bruttoinlandsprodukt noch um 2,4 Prozent gefallen. Fitch erwartet bei der Fortführung der aktuellen Finanzpolitik, dass der Schuldenstand im Jahr 2013 mit 130 Prozent des BIP seinen Höhepunkt erreichen werde. Bisher hatte Fitch lediglich mit einem Höchstwert von 125 Prozent des BIP im Jahr 2012 gerechnet.
Unmittelbar nach dem Urnengang hatte auch die Ratingagentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht, da dem Land wegen des Patts politischer Stillstand drohe. Der unter dem bisherigen Regierungschef Mario Monti angestoßene Reformkurs könne verzögert werden, hatte Moody's argumentiert.
S&P nach Wahlen bislang weniger kritisch
Die dritte große Ratingagentur Standard & Poor's hatte sich nach den Wahlen in Italien dagegen weniger kritisch gezeigt und nur vor verschleppten Strukturreformen gewarnt. Bei beiden Agenturen rangiert Italien im Ranking bereits in der "B-Klasse", bei Moody's liegt es derzeit bei "Baa2" und bei S&P erhält Italien die Note "BBB+".
Ein schlechteres Ranking verteuert in der Regel die Kreditaufnahme am Kapitalmarkt. Das kann die Probleme des Euro-Krisenlandes Italien noch verstärken.
Regierung in Rom zuversichtlich
Die italienische Regierung gab sich am Samstag jedoch zuversichtlich und verwies erneut auf die Fortschritte, die das Land gemacht habe. Wirtschaftsminister Vittorio Grilli gab sich optimistisch mit Blick auf anstehende Anleiheauktionen in der kommenden Woche. Sein Ministerium werde alles tun, "um unser Land zu sichern", sagte er der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge.
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