Anklage in den USA
Schwiegersohn von Bin Laden plädiert auf nicht schuldig
Die US-Justiz klagte Abu Gheith wegen der Verschwörung zum Mord an US-Bürgern an. Das Gericht ordnete am Freitag an, dass der aus Kuwait stammende Bin-Laden-Schwiegersohn weiter in Haft bleiben müsse. Bei der nächsten Anhörung am 8. April soll ein Datum für den Prozessbeginn verkündet werden. Bis dahin soll auch die Freigabe von Geheimdienst-Informationen geklärt sein.
Debatte über Prozess vor Zivilgericht
Zuvor hatte es in den USA eine Diskussion gegeben, ob dem mutmaßlichen Terroristen der Prozess nicht vor dem Militärtribunal in Guantanamo Bay auf Kuba gemacht werden müsse. Der Vorwurf der Mordverschwörung kann aber nur vor einem zivilen Gericht verhandelt werden.
Das Weiße Haus verteidigte seine Entscheidung für einen Prozess in New York. Es gebe in der US-Regierung einen "breiten Konsens darüber", ein ziviles Gericht einzuschalten, sagte Sprecher Josh Earnest. In der Vergangenheit habe es sich oft als richtig erwiesen, Terrorverdächtige auf diese Weise zur Verantwortung zu ziehen, darunter den verhinderten Times-Square-Attentäter Faisal Shahzad und den als "Unterhosen-Bomber" bekannt gewordenen Umar Farouk Abdulmutallab.
Festnahme in Ankara nach US-Hinweis
Abu Gheith war auf einen Hinweis aus den USA hin Ende Februar in einem Hotel in der türkischen Hauptstadt Ankara festgenommen worden. Medienberichten zufolge hatten die türkischen Behörden einen Tipp von der CIA erhalten.
Weil die Regierung in Ankara es abgelehnt habe, ihn direkt an die USA auszuliefern - um nicht Ziel von Anschlägen zu werden -, wurde er über Jordanien mit Ziel Kuwait abgeschoben, berichtete die türkische Tageszeitung "Hürriyet". Auf dem Weg nach Kuwait sei Abu Gheith dann von Agenten der CIA gefasst worden.
Fungierte zeitweise als Al-Kaida-Sprecher
Der Schwiegersohn des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden war zeitweise als ein Sprecher der islamistischen Terrororganisation sowie in Propagandavideos aufgetreten. Er hatte in mehreren Videos der Al-Kaida die Anschläge vom 11. September 2001 gerühmt und weitere Attacken angekündigt. In den vergangenen Jahren war es aber ruhig um Abu Gheith geworden.
Nach dem Einmarsch von US-Truppen in Afghanistan habe sich Abu Ghaith 2002 in den Iran abgesetzt, so US-Behörden. Einzelheiten über seinen Aufenthaltsort und seine Tätigkeiten in den darauffolgenden Jahren sind nicht bekannt. Sein Schwiegervater war nach jahrelanger Flucht im Mai 2011 von US-Elitesoldaten in seinem Versteck in Pakistan getötet worden (siehe Infobox).
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