In vielen Unternehmen sind Überstunden an der Tagesordnung. Zu hoch ist das Arbeitspensum, um in der Normalarbeitszeit bewältigt werden zu können. Und viele Chefs gehen wie selbstverständlich davon aus, dass ihre Mitarbeiter nichts lieber tun, als ihre Freizeit in der Firma zu verbringen. Doch statt Abend um Abend und auch das Wochenende immer wieder durchzuarbeiten, ist es besser, dem Chef Alternativen anzubieten, wie Sie die gewünschte Arbeitsleistung erbringen - und zwar so, dass es für Sie in Ordnung ist und beide Seiten zufrieden sind.
Kompromisse finden
Natürlich ist es nicht einfach, dem Chef zu vermitteln, dass Ihnen das erwünschte Pensum an Arbeit zu viel ist. Dennoch – bevor Ihr Leidensdruck oder die dadurch entstehenden Probleme in Beziehung bzw. Familie zu groß werden, sollte man versuchen, eine Lösung zu finden.
Überstundentage definieren
Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Chef fest, an welchen Tagen Sie länger bleiben können. An allen anderen Tagen sollten Sie konsequent die Normalarbeitszeit einhalten. So ist klar, wann Sie sich Ihren Freizeitaktivitäten bzw. Ihrer Familie widmen können und wann Sie Ihrem Chef zur Verfügung stehen. Damit sagen Sie nicht pauschal Nein zu Überstunden, aber legen Spielregeln fest.
Überstunden durch frühes Beginnen
Wenn es möglich ist, können Sie Ihre Überstunden auch dadurch hereinbekommen, dass Sie einfach morgens früher anfangen. Sind Sie bereits um sieben Uhr im Büro, während der Großteil der Kollegen erst um neun eintrudelt, haben Sie täglich zwei Überstunden geleistet, in denen Sie die gewünschte oder erforderliche Mehrarbeit leisten können. Aber abends oder am Wochenende stehen Sie dann einfach nicht mehr zur Verfügung.
Überstunden zu Hause
Sind Sie nicht auf Arbeitsmittel vor Ort angewiesen, dann können Sie Ihrem Chef auch anbieten, von zu Hause aus zu arbeiten. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie grundsätzlich für Ihren Partner bzw. Ihre Familie greifbar sind, auch Pausen in entspannterem Umfeld einlegen können und sehr flexibel sind.
Eigene Effizienz überprüfen
Manchmal werden Überstunden auch nur notwendig, weil man untertags einiges an Zeit mit vergleichsweise unwichtigen Tätigkeiten verbringen muss. Oft liegen in administrativen Bereichen sehr viele ungehobene Einsparungspotenziale verborgen, die es nur zu heben gilt, wie etwa im Bearbeiten von Mails, Suchen von Unterlagen oder dem Erledigen von Ablagetätigkeiten. Beobachten Sie sich selbst beim Arbeiten und versuchen Sie zu erkennen, wo noch Zeit eingespart werden könnte.
Streng zu sich selbst sein
Manchmal werden Überstunden nicht primär vom Chef angeordnet, aber das eigene Pflichtgefühl verleitet einen dazu, nicht eher aufzustehen, bevor nicht das selbst gesetzte Tagesziel erreicht ist. Sie sollten kritisch hinterfragen, ob die Tätigkeit, die Sie in den Überstunden machen, auch wirklich die Kriterien "Wichtig und dringend" erfüllt. Beispiel: Eine Tätigkeit ist dann wichtig und dringend, wenn sie zeitkritisch für die Erreichung eines bestimmten Ergebnisses ist. Das ist meistens dann der Fall, wenn das Weiterarbeiten anderer Abteilungen nur dann möglich ist, wenn Sie Ihren Beitrag rechtzeitig erbringen. Andere Tätigkeiten, die bei näherer Betrachtung auch erst am nächsten Tag erbracht werden können, sollten nicht in die Überstunden gelegt werden.
Für Ausgleich sorgen
Grundsätzlich werden Überstunden nur dann zu einem Problem, wenn Sie sich damit nicht wohlfühlen. Sind Sie beruflich gefordert, sollten Sie unbedingt privat für Ausgleich sorgen: Sport, ein gutes Buch, Theater, Fortgehen mit Freunden – achten Sie darauf, dass Ihr Leben nicht nur aus Arbeit besteht.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.