Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern sprach von einem "Vasella-Effekt", der dazu geführt habe, dass die Zustimmung bei der Abstimmung sogar noch gestiegen sei. In den letzten Umfragen war der Wert der Ja-Sager bei 64 Prozent gelegen, an den Urnen stieg er um vier Prozentpunkte - und das, obwohl die Zustimmungsrate bei anderen Volksinitiativen am Abstimmungstag in der Regel sinke, sagte Longchamp.
Zu groß war offenbar die Empörung der Eidgenossen über jene Abfindung in der Höhe von fast 60 Millionen Euro, die Vasella, der Gründer des Pharma- und Biotechnologieriesen, bei seinem Abgang mitnehmen hätte sollen. Auch dass er letztlich auf die Zahlung verzichtete, konnte viele Schweizer nicht beschwichtigen. Ihren Ärger brachten sie nun an der Wahlurne zum Ausdruck.
"Volksinitiative gegen die Abzockerei"
Die "Volksinitiative gegen die Abzockerei" will erreichen, dass künftig die Aktionäre eines Unternehmens über die Gehälter an der Spitze entscheiden. Ein Goldener Handschlag beim Weggang aus einem Konzern und Begrüßungsmillionen vor Beginn eines Arbeitsverhältnisses sollen verboten werden. Auch Prämien bei Firmenkäufen oder -verkäufen soll es nicht mehr geben.
Der "Spiegel" und andere Medien bezeichneten die neuen Regeln als "schärfstes Aktienrecht der Welt". Ein vom Parlament erarbeiteter Gegenvorschlag hatte ähnliche Ziele verfolgt, ging aber weniger weit und ließ den Unternehmen mehr Spielraum. Dieser Vorschlag ist durch den Erfolg der Volksinitiative hinfällig.
"Die Leute sind wütend und wollen die Abzockerei stoppen", meinte die sozialdemokratische Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer zur hohen Zustimmung. Auch für SVP-Nationalrat Thomas Aeschi ist klar, dass der "Wille des Volkes" respektiert werden müsse. Den zeitlichen Rahmen dafür schätzt der konservative Politiker auf eineinhalb bis zwei Jahre. Dies würde also heißen, dass die Initiative spätestens Anfang 2015 im Gesetz verankert sein soll.
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