Mindestens 16 Tote
Indien: Polizei vor Anschlägen von Hyderabad gewarnt
Die einvernommenen Islamisten hätten im Vorjahr über Anschlagspläne in der Hauptstadt Neu-Delhi, Mumbai und Hyderabad gesprochen, sagte ein ranghoher Polizeibeamter in Neu-Delhi am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Einer der angegebenen Orte war Dilsukh Nagar, das vergangene Nacht getroffen wurde", so der Mann. Die Polizei in der Millionenstadt Hyderabad sei darüber informiert gewesen.
Die zwei Bomben, die in dem weitläufigen Geschäfts- und Wohnviertel kurz nacheinander detonierten, töteten mindestens 16 Menschen, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Vier Verletzte schweben laut Innenminister Sushi Kumar Shinde in Lebensgefahr.
Selbst gebaute Bomben auf Fahrrädern
Die Vorfällen ereigneten sich während der Hauptverkehrszeit in der Nähe eines Kinos und einer Bushaltestelle. Die Sprengsätze waren offenbar auf Fahrrädern angebracht und selbst gebaut. Wer die Bomben im Abstand von wenigen Minuten zündete, ist weiter unklar. Laut Mitarbeitern des indischen Geheimdienstes deutet die Art der Bomben auf muslimische Extremisten hin.
Im Fokus steht die Terrorgruppe Indian Mujahideen, die Verbindungen zu pakistanischen Terrororganisationen haben soll. In den vergangenen Jahren soll das Netzwerk in Indien mehrere Anschläge mit Hunderten Toten verübt haben. Die Metropole Hyderabad hat einen hohen Anteil an Muslimen, das betroffene Stadtviertel ist jedoch hinduistisch dominiert.
Premierminister Manmohan Singh verurteilte die Anschläge scharf: "Das ist eine heimtückische Attacke, die Schuldigen werden nicht ungestraft davonkommen." Er appellierte an die Menschen, ruhig und friedlich zu bleiben.
Schon zweiter Doppelanschlag in Hyderabad
Hyderabad war bereits 2007 Schauplatz eines Doppelanschlags. Damals waren mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen, als zwei Bomben in einem Straßenrestaurant und in einem Park explodierten. Die Stadt mit ihren knapp sieben Millionen Einwohnern ist die viertgrößte des Landes und gilt als eines der Zentren von Indiens Computerindustrie.
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