Details zu Amoklauf

USA: Drei Morde, drei Überfälle, ein Unfall, Selbstmord

Ausland
21.02.2013 10:35
Der Amoklauf eines jungen Mannes in den USA hat am Dienstag vier Todesopfer gefordert. Der 20-jährige arbeitslose Ali Syed (links auf Bild 1) tötete zunächst im Haus seiner Familie im kalifornischen Ladera Ranch eine Frau, auf seiner abenteuerlichen Flucht erschoss er zwei weitere Menschen, bevor er seinem Leben schließlich selbst ein Ende setzte.

Das erste Opfer war laut einem Bericht der "Los Angeles Times" die 20-jährige Courtney Aoki (rechts auf Bild 1). Ihre Leiche sei in Syeds Schlafzimmer gefunden worden. Syed habe die Frau mit dem Jagdgewehr seines Vaters erschossen. Noch stehe laut Polizei nicht fest, in welcher Beziehung Opfer und Täter zueinander standen. Hinweise auf ein sexuelles Motiv gebe es laut dem Bericht nicht.

Nach dem ersten Mord floh der Schütze im Geländewagen seiner Eltern nach Tustin, rund 55 Kilometer von Los Angeles entfernt, wie der dortige Polizeisprecher Paul Garaven mitteilte. Dort habe er an einer Tankstelle ein Auto gestohlen.

"Heute ist mein letzter Tag. Geben Sie mir Ihre Schlüssel"
Dabei habe sich der Mann, der den Behörden davor nicht durch Vergehen aufgefallen sei, höflich verhalten, berichtete Tustins Polizeichef Scott Jordan (Bild 2). Syed habe zum Besitzer des Wagens gesagt: "Ich möchte Ihnen nicht wehtun. Ich habe jemanden getötet und heute ist mein letzter Tag. Geben Sie mir Ihre Schlüssel."

Mit dem gestohlenen Wagen sei Syed dann auf eine Schnellstraße gefahren. Dort habe er angehalten und auf vorbeifahrende Autos geschossen. Drei Fahrzeuge seien laut Polizei getroffen worden, ein Fahrer wurde durch Glassplitter verletzt. Als er wieder losgefahren sei, habe Syed einen Unfall verursacht und das Fluchtfahrzeug stehen gelassen.

Zwei Männer auf der Flucht erschossen
Daraufhin habe der Amokläufer den Fahrer eines in der Nähe des Unfalls geparkten BMW zum Aussteigen gezwungen, hieß es in der "Los Angeles Times". Der Fahrer, Martin L. Edwards, habe sich zwar gefügt, Syed habe ihn dennoch erschossen. Mit dem Auto des Ermordeten habe der Täter seine Flucht fortgesetzt.

Das letzte Opfer der Wahnsinnstat war der 26-jährige Installateur Jeremy Lewis. Syed habe ihn auf dem Parkplatz eines Elektrogeschäfts verfolgt und getötet. Ein Kollege des Mordopfers, der zu Hilfe gekommen sei, wurde verletzt.

Danach sei Syed auf dem Freeway 55 in Richtung Norden gefahren, mittlerweile verfolgt von der Polizei. In der Nähe der Stadt Orange sei er von der Schnellstraße abgefahren. Kurz darauf sei Syed aus dem fahrenden Wagen gesprungen und habe sich mit einem Kopfschuss getötet, berichtete die Zeitung.

Motiv völlig unklar
Das Motiv für die Tat ist laut dem Sheriff von Orange County weiter unbekannt. Syed sei "eine Art Einzelgänger" gewesen, der nicht viele Freunde gehabt habe. Laut Ermittlern habe er "keine Beweise, keine Nachrichten, nichts hinterlassen, das dieses bizarre, gewaltsame Verhalten erklären würde".

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