Angesichts der statistisch belegten steigenden Anzahl von Hitzetagen ist die Baugewerkschaft GBH unzufrieden mit der aktuellen Hitzefreiregelung. So sei im Sommer 2024 unter Betrachtung von Juni und Juli verhältnismäßig deutlich weniger hitzefrei gewährt worden als im Gesamtsommer davor.
Im Vorjahr habe – auf den ganzen Sommer gesehen – rund jeder vierte Bauhackler einmal mehr oder weniger lange hitzefrei gewährt bekommen. Dabei geht es laut den Ausführungen von GBH-Chef Josef Muchitsch (SPÖ) um eine Stunde bis einige Nachmittage.
Heuer zeige eine erste Auswertung der Angaben für Juni und Juli, dass nur rund jeder zehnte Bauarbeiter einmal hitzefrei gewährt bekam. Der heiße August ist hier noch nicht ausgewertet – und aktuell dauert im Süden und Osten des Landes die Hitze mit bis zu 35 Grad Celsius auch noch im September an.
Für die Baubranche gibt es wie vielfach berichtet eine Hitze-Sonderregelung. Diese erlaubt es Betrieben, Arbeitnehmer ab 32,5 Grad freizustellen. Verpflichtung gibt es keine – naturgemäß machen bei weitem nicht alle Arbeitgeber von der Möglichkeit Gebrauch. Wird hitzefrei gegeben, haben sowohl Arbeitnehmer als auch -geber Anspruch auf Rückvergütung aus dem Schlechtwetterfonds der BUAK (Bauarbeiter-, Urlaubs- und Abfertigungskassa), die sie auch gemeinsam befüllen.
100.000 arbeiten im Freien
„Im Juni und Juli haben knapp über 9000 Bauarbeiter hitzefrei gewährt bekommen“, so Muchitsch. „Im Vorjahr waren es über den gesamten Sommer 23.000.“ Von rund 135.000 Bauarbeitenden insgesamt würden rund 100.000 im Freien hackeln und können somit potenziell von der Hitze getroffen werden. Gewisse Arbeitnehmerschutzgesetze gehörten an die neuen Klimabedingungen angepasst.
Am Bau werde meist so zeitig begonnen, dass wenn die Temperatur die 32,5 Stunden erreicht, oft schon acht Stunden gearbeitet worden sei. Also könne man gesetzlich regeln, dass an Hitzetagen Arbeitszeiten auf acht Stunden begrenzt werden.
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