Räume untersucht

Landespolitiker in Südtirol in Aufruhr: Büros verwanzt?

Ausland
09.02.2013 11:36
Eine mutmaßliche Abhöraffäre beschäftigt derzeit Südtirol. Wie nun bekannt wurde, hätten mehrere Landesräte und Landeshauptmann Luis Durnwalder (Bild) bereits 2011 befürchtet, dass ihre Büros verwanzt worden sein könnten. Der Oppositionspolitiker Sven Knoll von der Partei "Süd-Tiroler Freiheit" berichtete am Samstag von einem Abhörversuch seines Festnetzanschlusses.

Experten aus Österreich und dem Trentino waren zwischen August und Dezember 2011 unterwegs, um in den Büros von Durnwalder sowie der Landesräte Hans Berger, Michl Laimer und Thomas Widmann nach Abhörwanzen zu suchen, berichtete die Bozner Tageszeitung "Dolomiten" am Samstag.

Fündig geworden sei man nur in Laimers Büro, der in eine Affäre um eine Kraftwerkskonzessionsvergabe mit einem noch offenen Gerichtsverfahren verwickelt ist. Am 4. November hätten Trentiner Spezialisten eine Frequenz orten können, die von einem Abhörgerät gestammt habe. Nach der Wanze sei nicht gesucht worden, weil man sich mit deren Entfernung hätte strafbar machen können.

Staatsanwalt Guido Rispoli bezweifelte in den "Dolomiten", dass Wanzensucher mit Steuergeld bezahlt werden dürften. Er kündigte zudem Untersuchungen an, warum die Politiker überhaupt den Verdacht gehabt hätten, abgehört zu werden.

Politiker berichtet von "mysteriösem Telefonerlebnis"
Oppositionspolitiker Knoll berichtete der Zeitung über ein "mysteriöses Telefonerlebnis" nach einem Radiointerview, das über seinen Festnetzanschluss in Schenna geführt worden sei. 2010 habe er ein Interview mit dem RAI-Sender Bozen zu den Gemeinderatswahlen in Meran geführt. Als er eine halbe Stunde später im Büro seiner Partei angerufen habe, sei das Telefonat plötzlich unterbrochen worden und er habe das zuvor geführte Interview hören können. 

Offensichtlich habe das Gerät, das die Telefonate aufzeichnen hätte sollen, dieses durch einen technischen Defekt einfach wieder abgespielt. Dies habe er auch aufgezeichnet. "Da ich nichts zu verbergen habe, habe ich persönlich auch kein Problem damit, wenn der italienische Staat Tausende von Euro dafür rauswirft, meine Telefonate abzuhören und zu übersetzen. Demokratiepolitisch sind solche Abhöraktionen jedoch höchst bedenklich und erinnern stark an Stasi-Methoden", meinte Knoll.

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