Am vielleicht letzten heißen Wochenende vor dem Herbst spürte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Staatsphilosophin in sich und donnerte ihre Erkenntnis „Die Welt ist unsicherer geworden“ ins verdatterte Volk. Ein Satz, der in seiner ganzen Wucht völlig daneben ist.
Die Welt war immer schon ein unsicherer Ort.
Österreich hatte es allerdings lange geschafft, ein halbwegs friedlicher Flecken zu bleiben.
Nun, pünktlich zum Wahlkampf, will die ÖVP mit dem Thema Sicherheit groß rauskommen. Und was fällt der Kanzlerpartei dazu ein? Mehr Kampfjets, mehr Elektroschockpistolen für die Polizei und leichterer Zugang in die Handys verdächtiger Subjekte.
Wäre es bloß so einfach.
Sicherheit ist viel mehr.
In einer sicheren Heimat schützt die Politik davor, dass die Ersparnisse von der Inflation aufgefressen werden. Sicherheit herrscht dort, wo sich die Menschen ihre Wohnungen leisten können. Wo es genügend anständig bezahlte Arbeitsplätze gibt. Wo für die Kinder gute Schulen sind. Wo die Älteren von ihren Pensionen leben können. Wo die Pflege und die Behandlung in den Spitälern funktioniert. Wo eine kluge Klimapolitik ein gutes Leben möglich macht.
Sicherheit gibt es dort, wo die Migration so schlau geregelt ist, dass sich alle halbwegs wohlfühlen.
Also gerne Kampfjets, Elektroschockpistolen und Zugang zu den Handys vollbärtiger Männer. Das alleine schafft aber noch lange keine sichere Heimat.
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