Der Quartalsumsatz stieg um zwei Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar. Grund waren höhere Einnahmen aus der Suchmaschine und den sonstigen Geschäftsfeldern; dagegen schrumpften die Erlöse aus grafischen Werbeanzeigen leicht. Der Gewinn sank wegen des geschäftlichen Rückzugs aus Südkorea um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 272 Millionen Dollar.
Sie sei stolz auf das Erreichte, erklärte Mayer am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale. Aufs Gesamtjahr gesehen sei es das erste Mal seit vier Jahren, dass Yahoo beim Umsatz zugelegt habe. Im Rahmen eines Sparprogramms musste jedoch etwa jeder sechste Mitarbeiter gehen. Ende Dezember arbeiteten 11.500 Menschen bei Yahoo, vor einem Jahr waren es noch 14.100 gewesen.
Yahoo hat schwierige Zeiten hinter sich: Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Internet, doch dann kamen neue starke Rivale wie Google oder Facebook. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen mit Chefwechseln in rascher Folge hinzu.
Yahoo soll internationaler werden
Der Verwaltungsrat hatte Mitte 2012 die Vorzeigemanagerin Mayer vom Rivalen Google abgeworben. Sie will Yahoo wieder zu einer der ersten Adressen im Internetgeschäft machen. Dazu scharrte sie ein neues Führungsteam um sich, schloss unrentable Bereiche wie in Südkorea und will mit neuen Diensten und Inhalten die Nutzer wieder an Yahoo binden.
Ihr Ziel ist zudem, Yahoo stärker international ausrichten, wie sie in der Telefonkonferenz ausführte. Momentan kommen drei Viertel der Einnahmen vom amerikanischen Kontinent; aus der Region Europa, Naher Osten und Afrika ist es nur ein Zehntel.
Vorsichtige Prognose
Mit den jetzigen Geschäftszahlen übertraf das Interneturgestein die Erwartungen der Analysten. Nachbörslich stieg die Aktie um mehr als vier Prozent, doch eine in den Augen der Anleger zu vorsichtige Prognose ließ das Plus auf ein Prozent zusammenschmelzen. Yahoo geht im laufenden Jahr von einem Umsatzrückgang aus.
Im Gesamtjahr konnte der Konzern seinen Umsatz minimal auf knapp fünf Milliarden Dollar steigern, der Gewinn betrug 3,9 Milliarden Dollar - fast vier Mal so viel wie im Jahr 2011. Dieser gewaltige Gewinnsprung kam durch den Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetkonzern Alibaba zustande. Für dieses Jahr geht das Management von einem Gesamtumsatz zwischen 4,75 und 4,88 Milliarden Dollar aus.
Milliardenstrafe könnte zum Verhängnis werden
Wie ein Damoklesschwert hängt indes noch eine richterliche Entscheidung in Mexiko über Yahoo: Der Konzern ist in einem Streit mit einem Geschäftspartner um ein Branchenverzeichnis zur Zahlung von 2,7 Milliarden US-Dollar verdonnert worden. Yahoo geht gegen die Entscheidung vor. "Wir sind sicher, dass wir erfolgreich sein werden", sagte Finanzchef Ken Goldman. Deshalb sei auch keine Rückstellung gebildet worden.
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