Jetzt stöhnen auch die Anrainer und Geschäftsleute wegen längerer Einschränkungen durch die Bauarbeiten für das Mega-Projekt.
Die Verzögerungen der Bauarbeiten bei Wiens derzeit größtem Infrastrukturprojekt, dem U2xU5-Ausbau, rufen weiteren Ärger hervor. Jetzt regt sich in den betroffenen Bezirken Widerstand.
Die neuerliche Verlängerung der Bauzeit um zwei Jahre, das heißt aus heutiger Sicht noch sechs lange Jahre, erfordere nun eine Unterstützung. Nämlich der vom U-Bahn-Bau stark in Mitleidenschaft gezogenen, ehemals blühenden Viertel. Passieren soll das mit nachhaltigen Fördermaßnahmen für den lokalen Handel und einer klaren Perspektive für die Anwohner, heißt es aus Neubau und der Josefstadt.
Das Gebiet wird dann in Summe statt ursprünglich 8 Jahren, über 12 Jahre von massiven Bauarbeiten und Einschränkungen im öffentlichen Raum belastet!

Markus Reiter, Bezirksvorsteher von Neubau (Grüne)
Bild: Klemens Groh
Vor allem der 7. Bezirk ist von dem Mega-Bau betroffen. Die Neubaugasse gilt als herausforderndster Baubereich des Linienkreuzes. Hier entsteht 35 Meter unter der Erde die tiefst gelegene Station im gesamten Wiener U-Bahn-Netz. Auch die umgestaltete Neubaugasse sollte von der U-Bahn entlastet werden, was wieder auf Jahre hinausgezögert wird – so wird die belebte Straße weiterhin eine Überbelastung durch die hohe Frequenz des 13A erfahren. Eine Ecke weiter schlummert mit dem Signa-Klotz die nächste Riesen-Baustelle.
Dass es für die Wiedereröffnung der U2-Stammstrecke keinen Zeitpunkt gebe, sei ein alarmierendes Zeichen, so die beiden Bezirke. Hinzu kommt: Die Gegend rund um das Rathaus ist bereits seit Jahresbeginn 2021 infrastrukturell unterversorgt.
Im 5. Bezirk kommen gleich drei neue Stationen hinzu. „Für unser Margareten, die Anrainer und die Wirtschaftstreibenden bedeuten zwei Jahre zusätzliche Bautätigkeiten eine weitere Belastungsprobe“, so der stv. Bezirksvorsteher Wolfgang Mitis (SPÖ).
U-Bahn-Bau in dicht bebautem Stadtgebiet ist hoch komplex. Solange der Tunnelvortrieb läuft, kann es zu Ereignissen kommen, die den Baufortschritt verlangsamen, erklären die Wiener Linien. Sofern keine weiteren Behinderungen der Arbeiten mehr auftreten, ist eine U2-Eröffnung 2030 realistisch.
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