Mit dem Zertifikat „besser essen“ soll jetzt neben einem hohen Bio-Anteil auch die Regionalität in den Mittelpunkt rücken.
Wie berichtet ist die Erfüllung der 100 Bio-Quote in Bildungseinrichtungen mit Jänner 2025 in weiter Ferne gerückt. Aktuell erfüllen 95 Prozent der Gemeinden in ihren Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen derzeit eine Bioquote von über 50 Prozent.
Herausforderungen für Gastronomie und Landwirtschaft
Von der Opposition von Beginn an als utopisch heftig kritisiert, hieß es von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf jetzt, dass das Ziel zwar grundsätzlich zu erreichen sei, sich durch Coronakrise, Ukraine-Krieg, Teuerung und Inflation aber Herausforderungen für Gastronomie und Landwirtschaft ergeben hätten, denen man Rechnung tragen müsse. Man wolle niemanden zurücklassen.
Wir sind Spitzenreiter in Österreich, wenn es um die Bio-Quote in der Gemeinschaftsverpflegung geht. Mit dem Zertifikat „besser essen“ stellen wir die Weichen für eine biologische und nachhaltige Ernährung, auch mit Blick auf die Herkunft der Produkte.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf
Mit dem Zertifikat „besser essen“ rudert man jetzt in eine neue Richtung. Ziel ist es, dass sich alle Schulen und Kindergärten, die bei der Verpflegung auf biologische und nachhaltige Lebensmittel setzten, zertifizieren lassen, sagt Eisenkopf, die damit auch die Herkunft der Produkte in den Vordergrund rücken möchte.
70 Prozent Bioanteil für Erhalt des Zertifikats
Für den Erhalt des Zertifikats ist ein Bioanteil von 70 Prozent erforderlich, berücksichtigt werden aber auch saisonale und frische Speisenzubereitung, artgerechte Tierhaltung, Verzicht auf Pestizide, Einkauf der Lebensmittel in der Umgebung oder in der Region. An „besser essen“ geknüpft ist auch die Personalförderung, die nur dann voll ausbezahlt wird, wenn die Kriterien erfüllt werden. Die Kosten für die Zertifizierung trägt das Land. „Das Zertifikat bildet die Rahmenbedingungen dafür, dass unsere Kinder mit Lebensmitteln von höchster Qualität versorgt werden“, sagt auch Bildungslandesrätin Daniela Winkler.
WK: Heimische Wirtschaft wird wieder unterstützt
Unterstützt wird die Initiative auch von der Wirtschaftskammer. „Die Evaluierung bringt regionale Produkte und damit heimische Unternehmen wie den Handel und die heimische Gastronomie wieder zurück in den Kreislauf und somit in Kindergärten und Schulen“, freut sich WK-Präsident Andreas Wirth. Die Zertifizierung gäbe den burgenländischen Unternehmen wieder die Möglichkeit, als Lieferant am System ‘öffentliches Essen‘ teilzunehmen.
ÖVP: Bio-Zwang gescheitert
Seitens der Volkspartei heißt es, dass man sich durch den angekündigten Rückzug aus dem roten Bio-Zwang bestätigt fühlt. „Wahlfreiheit und Regionalität sind der burgenländische Weg“, hält ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz fest.
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