Verhaftung droht
Separatistenchef Puigdemont ist wieder in Spanien
Nach fast sieben Jahren im Exil ist der per Haftbefehl gesuchte katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont nach Spanien zurückgekehrt. Er tauchte, begleitet von Politikern seiner Partei, Donnerstagfrüh in Barcelona auf und sprach vor Anhängern (siehe Video oben).
„Sie verfolgen uns seit sieben Jahren, nur weil wir dem Volk der Katalanen eine Stimme geben wollten“, wütete der 61-Jährige. Seine Ankunft schien von der Polizei nicht behindert zu werden.
Puigdemont droht in Spanien eine Verhaftung wegen seines 2017 gescheiterten Versuchs, Katalonien von Spanien loszulösen. Sollte er tatsächlich verhaftet werden, muss die Minderheitsregierung des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez ein Ausscheren des bisherigen Mehrheitsbeschaffers im Madrider Parlament befürchten. Puigdemonts Partei Junts stützt im Nationalparlament in Madrid bisher die Regierung von Sanchez.
Puigdemont will bei Wahl im Parlament anwesend sein
Das Angebot der Polizei einer vereinbarten und diskreten Festnahme soll Puigdemont einem Medienbericht zufolge abgelehnt haben. Puigdemont verlangt, bei der geplanten Wahl des Sozialisten Salvador Illa später am Tag im Parlament anwesend zu sein. Die Polizei wollte das mit einem Großaufgebot verhindern.
Illa wäre der erste Regierungschef seit langem, der eine Abspaltung Kataloniens von Spanien ablehnt. Illas Partei PSOE war aus der vorgezogenen Wahl im Mai als stärkste Kraft hervorgegangen, benötigt aber die Unterstützung der linken Separatistenpartei ERC. Die erhielt er unter anderem durch Zugeständnisse bei Finanzfragen und bei der Förderung der katalanischen Sprache.









Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.