Gas entwichen

Gestank nach faulen Eiern verfolgt Briten und Franzosen

Ausland
23.01.2013 12:24
Die Briten sind zurzeit ohnehin nicht gut auf die EU zu sprechen (siehe Infobox), da wird ihre Luft nun auch noch von einer stinkenden Wolke vom Festland verpestet. Schuld am üblen Geruch, laut Pariser Polizei erinnert er an "Schweiß, Knoblauch und faule Eier", ist ein Gasaustritt in einer Chemiefabrik im Nordwesten Frankreichs.

Das Leck trat am Montag in einer Chemiefabrik des Unternehmens Lubrizol (Bild) nahe Rouen, 120 Kilometer nordwestlich von Paris, auf, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die Gaswolke wurde über Nacht in Richtung Großbritannien geweht und sorgt dort seit Dienstag für Unwohlsein.

Laut Behörden keine Gesundheitsgefahr
Die Feuerwehr des britischen Bezirks Kent südlich von London forderte die Anwohner daher etwa auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Schließlich könne das Gas Übelkeit und Kopfschmerzen auslösen - gesundheitsgefährdend sei es aber nicht. Auch die Polizei ist in den stinkenden Schlammassel hineingezogen worden - man habe eine Rekordzahl an Anrufen von über den Gestank irritierten Anwohnern erhalten, hieß es sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien.

Bei dem Gas handelt es sich laut französischem Innenministerium um Methanthiol, auch Methylmercaptan genannt. Lubrizol verwendet es als Zusatz zu anderen Gasarten, da Lecks durch den Gestank schnell entdeckt werden können.

Briten und Franzosen leiden unter "mysteriösem Mief"
Seit der Geruch auch in London nicht mehr zu ignorieren ist, haben sich die britischen Medien auf das Thema gestürzt. Ein "French stench" (französischer Gestank) liege über der Stadt, titelte etwa die "Daily Mail", die "Sun" schrieb, für den "mysteriösen Mief" könne "Frankreich die Schuld gegeben werden". Immerhin leiden nicht nur die Briten - in Frankreich musste ein Fußballmatch zwischen Rouen und Olympique Marseille wegen des Gestanks abgesagt werden, und auch die Pariser werden vom Geruch heimgesucht.

Wie lange die geplagten Franzosen und Briten noch ausharren müssen, ist unklar - erst Dienstagabend konnte mit den Reparaturarbeiten begonnen werden, die noch Tage dauern könnten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
23.01.2013 12:24
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung