Georg Dornauer setzt die eigene Partei vor der Nationalratswahl unter Druck. Die Bundes-SPÖ mit Andreas Babler müsse „mindestens auf Platz zwei“ kommen, legte der rote Tiroler Landeschef die Latte für die Genossen hoch.
Dornauer, der bekanntlich oft und gerne Kritik am Kurs der Bundes-SPÖ übt, betonte weiters, dass eigentlich Platz eins das Ziel der Sozialdemokratie sei. Ob es bei einem Nicht-Erreichen von Platz dann zwei Konsequenzen brauche? „Über das reden wir nicht vor dem 29. September“, meinte Dornauer.
Dornauer: „Ich komme Babler entgegen“
Angesichts der in Umfragen konstant in Front liegenden FPÖ komme er seinem Bundesparteivorsitzenden Babler „entgegen“ mit der Ansage, dass mindestens Platz zwei das Ziel sein müsse, ließ der Landeshauptmannstellvertreter wissen: „Mit einem sehr freundschaftlichen Gruß aus Tirol.“ Und im Falle von Platz drei? „Dann habe ich keine Freude.“
Der Bundesparteivorsitzende ist gefordert.
Georg Dornauer, SPÖ-Landeschef in Tirol, setzt Anreas Babler unter Druck
Dreikampf um Platz eins?
Er glaube, dass man es mit einem „Dreikampf“ um den ersten Platz zwischen FPÖ, ÖVP und SPÖ zu tun habe, erklärte Dornauer: „Jene Partei, die einen guten Wahlkampf macht und einen hohen Mobilisierungsgrad erreicht, hat veritable Chancen auf Platz eins.“ „Der Bundesparteivorsitzende ist gefordert“, so Dornauer.
Es gelte, eine „vernünftige Politik“ anzubieten, eine Politik, in der „sozialpolitische Fortschritte in Einklang mit ökonomischer Vernunft“ stehen. Genauso wie er es in Tirol in einer Koalition mit der ÖVP „vorlebe“.
„Mehr in die Mitte rücken“
Gefragt, ob er mit seinem steirischen Kollegen und dortigen SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Anton Lang konform gehe, der zuletzt meinte, die Bundes-SPÖ müsse „mehr in die Mitte rücken“, meinte Dornauer: „Das sage ich schon seit fünf Jahren.“ Momentan sei die Partei unter Babler „ganz gut auf Schiene“.
Ob der Vorsitzende unbestritten ist? „Meiner Wahrnehmung zu Folge ist er in der Partei gut verankert. Er reüssiert in der Unmittelbarkeit bei Parteiveranstaltungen in besonderem Maße.“ Babler könne auch Vizekanzler werden – „wenn er liefert.
Dornauer plädiert für Koalition mit ÖVP
Zum wiederholten Male plädierte Dornauer für eine Koalition mit der ÖVP nach der Wahl – nach dem „Tiroler Modell der unaufgeregten Politik des Fortschritts“. Ebenso wenig überraschend zeigte er sich skeptisch, was eine Dreierkoalition mit NEOS oder Grünen anbelangt – Dornauer war noch nie ein Freund der Zusammenarbeit mit den beiden Parteien: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Das übersteigt derzeit meine Vorstellungskraft.“
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