Felix Gall ist auf dem Weg zu seiner ersten Podestplatzierung im Gesamtklassement bei einer großen Rad-Rundfahrt gut unterwegs! Der Osttiroler genoss den ersten Ruhetag beim Giro d‘Italia als Dritter nach neun Etappen. „Es ist ein bisschen eine Momentaufnahme, aber ich liege über den Erwartungen, ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf“, sagte der 28-Jährige. Am Dienstag geht es mit einem Zeitfahren weiter.
Galls Giro-Etappensieg-Premiere verhinderte auf der 7. und auf der 9. Etappe nur Jonas Vingegaard. Der Däne ist der große Favorit auf den Gesamtsieg und hat einen Vorsprung von 35 Sekunden auf Österreichs Aushängeschild. Voran liegt zwar Afonso Eulalio vom Team Bahrain, zu erwarten ist aber, dass der Portugiese das Rosa Trikot in den nächsten Tagen abgeben wird müssen. „Jonas ist neben Tadej Pogacar der beste Rundfahrer. Ich kann gut damit leben, auf ihn ein paar Sekunden zu verlieren“, sagte Gall und trauerte somit den verpassten Etappensiegen nicht nach.
„Alles im grünen Bereich“ bei Gall
Für sein „ambitioniertes Ziel“ einer Top-Drei-Platzierung, die ein „Traumszenario“ sowie der „nächste Schritt in meiner Karriere“ wäre, müsse jedenfalls auch im weiteren Verlauf bis zur Zielankunft am 31. Mai alles zusammenpassen. Dazu gehört die eigene Gesundheit. „Was ich gehört habe, sind einige Fahrer im Peloton krank. Es gibt Dinge, die nicht in deinen eigenen Händen liegen, es kann so viel passieren, es gibt aber nichts Bestimmtes, vor dem ich mich fürchten würde“, sagte Gall. Bei ihm selbst sei nach „ein bisschen harten vergangenen Tagen“ eine gewisse Müdigkeit spürbar. „Es ist aber so weit alles im grünen Bereich“, betonte der Decathlon-Fahrer, der zum zweiten Mal nach 2022 beim Giro fährt.
„Ich erwarte mir keine Wunder!“
Seine Vorfreude auf das 42 Kilometer lange dienstägige Einzelzeitfahren von Viareggio nach Massa hält sich in Grenzen. „Nein, das mag ich eher nicht“, sagte Gall zu seiner Einstellung gegenüber dem Zeitfahren. Man habe in letzter Zeit auch hart daran gearbeitet, eine bessere Position auf dem Rad für ihn zu finden. „Ich erwarte mir keine Wunder. Es wäre schön, wenn ich keinen Platz im Gesamtklassement verliere, ob es sich ausgeht, weiß ich aber nicht“, erläuterte Gall. Starten will er in ein „ungewöhnlich langes Zeitfahren“ mit einer Stärke von „390 oder 400 Watt“.
Den Kurs hatte sich Gall, der zum siebenten Mal in seiner Karriere an einer Grand Tour teilnimmt, am Montag an einem „sehr durchgetakteten Ruhetag“ zwei Stunden mit dem Zeitfahrrad angeschaut. Zeit mit Freundin Maya sollte für ein „bisschen Entspannung und Energie auftanken“ sorgen.
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