13 Monate in Betrieb

Westbahn-Chef: “Gewinne werden einige Zeit dauern”

Wirtschaft
20.01.2013 13:53
Der Geschäftsführer der Westbahn, Erich Forster, sieht das Konkurrenzunternehmen zu den ÖBB im zweiten Jahr des Bahnbetriebs im Aufwärtstrend. Für das Jahr 2013 werde der Break-even angepeilt, "Gewinne werden noch einige Zeit dauern", so Forster. Die Westbahn wolle ihr Zugangebot zwischen Wien und Salzburg in einem Mehrstufenplan in den nächsten Jahren ausbauen und ihr Service und Angebot für die Bahnfahrer perfektionieren.

Der weitere Ausbau soll stufenweise erfolgen: Von Dezember 2011 bis Dezember 2012, dem ersten Jahr im Bahnbetrieb, wurden 2,9 Millionen Zugkilometer angeboten, heuer sind es 3,16 Millionen. Forsters Ziel sind für die Zukunft 3,7 Millionen. Dabei soll alles mit den bestehenden sieben Doppelstock-Zügen der Schweizer Stadler Rail abgedeckt werden, die tagsüber auf der Strecke sind und in der Nacht gewartet werden. 

Durch die Ausweitung des Parkpickerls in Wien werde der Trend zur Bahn verstärkt, aber auch in Oberösterreich seien starke Passagierzuwächse zu verzeichnen. Und mit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs werde die Westbahn durch die Abfahrten am Westbahnhof weiter punkten.

"Weg zum Gewinn ist länger"
"Wir müssen die Fahrzeugfinanzierung zurückverdienen", erläutert Forster. Die drei Eigentümer der Westbahn-Muttergesellschaft Rail Holding, die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF, der Bau-Industrielle Hans Peter Haselsteiner (Strabag) und die Schweizer Augusta Holding, hinter der der Investor Erhard Grossnigg steht, haben offenbar einen langen Atem, Absprungtendenzen sieht der Geschäftsführer keine. "Im Bahngeschäft ist der Weg bis zum Gewinn länger, aber dann ist der Personenverkehr konjunkturell resistent", so Forster.

ÖBB: Forster fährt Kuschelkurs
Der frühere ÖBB-Manager Forster hat die Nachfolge des Westbahn-Mitgründers und erstem Geschäftsführer Stefan Wehinger angetreten. Dieser war im Juni 2012 überraschend ausgeschieden. Die neue Westbahn-Spitze mit Forster und Clemens Schneider fährt gegenüber den ÖBB einen deutlich kooperativeren Kurs, während Wehinger regelmäßig gegen seinen früheren Arbeitgeber, die Bundesbahn, gewettert hatte und vor Gericht gezogen war.

Das kooperative Vorgehen werde auch beibehalten, versichert Forster. Er ist überzeugt, dass mit den ÖBB bei verschiedenen Punkten eine Lösung gefunden werden könne. So etwa bei der Entzerrung der Zugabfahrtszeiten: Derzeit fahren die ÖBB- und Westbahn-Züge von Wien in einem knappen Zeitfenster von 20 Minuten weg, dann fährt 40 Minuten gar kein Zug nach Salzburg. Da müsse man sich zusammensetzen und nach Lösungen im Interesse der Kunden suchen. Auch ÖBB-Chef Christian Kern hatte dies bereits angeregt.

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