Im Gesamtjahr 2012 ergab sich nach Angaben der Nationalbank ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als 2011 oder 2010, als noch Wachstumsraten von 2,7 bzw. 2,2 Prozent erreicht werden konnten. Für das erste Quartal 2013 rechnet die OeNB nunmehr mit einer moderaten Verbesserung der Export- und Investitionsdynamik.
Wirtschaft litt unter schwachem internationalen Umfeld
Österreich habe im Vorjahr als exportorientierte Volkswirtschaft das schwache internationale Umfeld deutlich zu spüren bekommen, so die Nationalbank in ihrem Konjunkturindikator. Die realen Güterexporte seien im vierten Quartal 2012 um 0,9 Prozent zurückgegangen, für das Gesamtjahr ergebe sich damit lediglich ein reales Exportwachstum von 0,7 Prozent.
Aufgrund dieser schwachen Impulse vom Außenhandel seien die Unternehmen auch zurückhaltend mit ihren Investitionen gewesen. Trotz guter Gewinnentwicklung und niedrigster Finanzierungskosten würden die Ausrüstungsinvestitionen seit Ende 2011 sinken. Die Wohnbauinvestitionen hätten sich hingegen - gestützt durch die zuletzt stark steigenden Immobilienpreise - wesentlich günstiger entwickelt.
Privater Konsum bleibt weiterhin verhalten
Die schon seit einigen Jahren anhaltende Schwäche des privaten Konsums habe sich zuletzt noch verstärkt. Im dritten Quartal 2012 betrug das Wachstum laut OeNB im Jahresabstand lediglich 0,2 Prozent - zum Vorquartal stagnierte der Konsum. Schuld daran sei vor allem eine schlechte Entwicklung der realen Haushaltseinkommen, die unter der schwachen Reallohnentwicklung leide. Für den Prognosehorizont ließen zuletzt sinkende reale Umsätze im Einzelhandel wie auch rückläufige Kfz-Neuzulassungen einen weiterhin verhaltenen Konsum erwarten.
Schwache Einkommensentwicklung
Der Arbeitsmarkt habe sich bis zur Jahresmitte 2012 sehr dynamisch entwickelt. In der zweiten Jahreshälfte habe die Beschäftigungsdynamik jedoch nachgelassen, und die Arbeitslosenquote sei gestiegen. Die relativ kräftige Zunahme im tendenziell schlechter bezahlten Dienstleistungssektor und die stärkere Zunahme der Ausländerbeschäftigung bei gleichzeitigem Rückgang der Inländerbeschäftigung lässt nach Angaben der Nationalbank eine schwache Entwicklung der Erwerbseinkommen erwarten.
Arbeitslosenrate steigt
Die Unternehmen schätzten die zukünftige Beschäftigungslage zusehends ungünstiger ein. Die Zahl der Jobsuchenden dürfte daher in den nächsten Monaten weiter steigen, mit einem abrupten Anstieg der Arbeitslosigkeit sei jedoch nicht zu rechnen, so die OeNB.
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