Da hat die schwarze Integrationsministerin Susanne Raab dieser Tage also das Thema „Leitkultur“ neuerlich aufgewärmt. Als die ÖVP das Projekt vor einigen Monaten – gedacht wohl als Vorwahlkampf-Thema – erstmals präsentierte, wurde es sehr rasch der Lächerlichkeit preisgegeben. So nach dem Motto: Lederhosen, Jodeln, Maibaumaufstellen, Mozartkugeln und Lipizzaner – ha, ha.
EINERSEITS haben die Kritiker des Leitkultur-Projekts natürlich recht, wenn sie einwenden, dass Folklore für die Integration von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund wohl zu wenig ist.
ANDERERSEITS könnte eine intellektuell redliche Debatte ohne parteitaktische Interessen über unsere österreichische Leitkultur sehr sinnvoll sein. Gerade in Zeiten der Globalisierung und der Massenmigration. Dabei könnte man deutlich machen, welche Ideen und Traditionen, welche Sitten und Bräuche im Lande so etwas wie „Heimatrecht“ haben.
Dass Österreich über Jahrhunderte Zentrum des christlichen Abendlandes war, wo der römisch-deutsche Kaiser residierte. Und dass als Erbe dieser Geschichte Deutsch bei vollem Schutz der ethnischen Minderheiten unsere Staatssprache ist. Dass hierzulande über den Humanismus und die Aufklärung nach mancherlei historischen Tragödien und Irrwegen Rechtsstaat und Demokratie unverrückbar sind. Und dass wir in einer offenen, toleranten Gesellschaft mit freier Marktwirtschaft leben wollen.
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