Moskau spielt auf Zeit
Fokus auf Kriegsziele: Kreml lässt Kiew abblitzen
Der Kreml hat deutlich gemacht, Kompromisse weiterhin strikt abzulehnen. Kiews signalisierte Gesprächsbereitschaft wird in Moskau eher skeptisch aufgenommen. Die „Kriegsziele“ sollen trotzdem durchgesetzt werden.
„Ob durch die militärische Spezialoperation oder durch Verhandlungen – wir haben keine Alternative zum Erreichen unserer Ziele. Und wir werden sie auf jeden Fall erreichen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Natürlich sei der Verhandlungsweg vorzuziehen, erklärte Peskow weiter.
Doch würden Gespräche dadurch erschwert, dass Wolodymyr Selenskyj als Präsident der Ukraine keine Legitimation besitze, behauptete er einmal mehr. Kiews Versuche, über Peking eine diplomatische Lösung voranzutreiben, wertete er als Notlage der Ukraine.
Was bedeutet das?
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte als Kriegsziele einen Verzicht der Ukraine auf den Beitritt zur NATO und auf mehrere Gebiete im Osten und Südosten des Landes genannt.
So fordert Moskau den Rückzug ukrainischer Truppen aus den Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja. Zudem bleibt Moskau bei der Forderung nach einer „Entnazifizierung der Ukraine“, worunter im Kreml wohl die Einsetzung einer von Russland abhängigen Regierung in Kiew gemeint ist. Übersetzt heißt das: die vollständige Kapitulation und ein Abgegeben der eigenen Souveränität.
Ukraine will nicht aufgeben
Kiew wiederum hatte einen Rückzug russischer Truppen von ukrainischem Gebiet gefordert. Die jüngsten Initiativen von Außenminister Dmytro Kuleba deuten aber auf mögliche Kompromissbereitschaft der Ukrainer hin.
Bei seiner Reise nach China hatte Kuleba versucht, einen eigenen Friedensplan mit der von Peking offerierten diplomatischen Lösung des Konflikts zu koordinieren. Dabei hatte er direkte Gespräche mit Moskau als Ziel genannt.
Moskau spielt auf Zeit
Bisher seien ihm die Details des Angebots unklar, sagte Peskow dazu. Es sei aber offensichtlich, dass die ukrainische Führung in Schwierigkeiten sei. „Früher oder später wird – vielleicht nicht so schnell wie von uns erhofft – die Zahl der Leute steigen, die versuchen, nüchtern auf das Geschehen zu blicken.“









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