Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) will weiter den Verkauf der Vamed verhindern. Er fordert eine Kündigung der Tagsätze durch die Sozialversicherungsträger.
Die Vamed-Reha-Kliniken sollen, wie berichtet, an das französische Private-Equity-Unternehmen PAI verkauft werden. Doskozil macht weiter dagegen mobil. Um den Verkauf zu stoppen, verlangt der Landeschef nun die Kündigung der Tagsätze durch die Sozialversicherungsträger: „Es kann nicht sein, dass öffentliche Gelder in gewinnorientierte Unternehmen fließen, um Konzerngewinne zu bedienen.“
Zentren zurückfordern
Bei Kündigung der Verträge sollten laut Doskozil die Liegenschaften und damit auch der Betrieb der Reha-Zentren zurückgefordert werden. Eine andere Variante wäre eine dreijährige Kündigungsfrist. „In dieser Zeit könnten die Länder aushelfen und die Versorgung sicherstellen“, meinte der Landeshauptmann.
Das Geld der Steuerzahler, darf nicht dazu verwendet werden, um die Gewinne von internationalen Großkonzernen zu finanzieren, während andererseits im Gesundheitsbereich die Mittel fehlen.
LH Hans Peter Doskozil
Generell plädierte Doskozil erneut für Gemeinnützigkeit im Bereich der Gesundheitsversorgung. Im Burgenland habe man das bereits umgesetzt. Der Bund müsse Druck nun auf die Sozialversicherungsträger ausüben und Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) aktiv eine Lösung suchen.
„Kein Gegenüber“
Vamed-Betriebsrat Harald Steer warnte ebenfalls vor Gewinnmaximierung und Spardruck im Bereich der Reha-Zentren. Für die Beschäftigten und den Betriebsrat werde es mit dem Verkauf an einen internationalen Konzern schwieriger, ihre Anliegen vorzubringen: „Wir haben dann kein Gegenüber mehr.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.