Täter erschossen

Erneute Bluttat in Aurora: Vier Tote bei US-Geiselnahme

Ausland
06.01.2013 08:11
Bei einer Geiselnahme in der Stadt Aurora im US-Staat Colorado sind am Samstag vier Menschen getötet worden, darunter der Geiselnehmer. Wie die Polizei erklärte, gelang es einer Geisel, aus dem Haus zu entkommen, in dem sich der Täter verschanzt hatte, und Polizisten zu verständigen. Gebäude in der Nähe wurden vorsichtshalber geräumt.

Ein Polizist berichtete, der "bewaffnete und gefährliche" Mann habe sich gegen 3 Uhr Ortszeit mit seinen Geiseln verschanzt. Einer weiblichen Geisel sei schließlich die Flucht gelungen. Sie habe die Polizei verständigt. Die Beamten hätten Kontakt zu dem Mann bekommen, die Verbindung sei aber immer wieder abgebrochen worden, da sich der Geiselnehmer sehr "irrational" verhalten habe.

Geiselnehmer eröffnete das Feuer auf die Polizei
Die Einsatzkräfte versuchten erst stundenlang vergeblich, den Mann zur Aufgabe zu bewegen. Spezialkräfte näherten sich dann in einem gepanzerten Fahrzeug dem Haus und setzten Tränengas ein, woraufhin der Verdächtige mehrfach auf das Fahrzeug geschossen habe. Keiner der Polizisten sei jedoch verletzt worden. Die Beamten hätten zunächst nicht zurückgeschossen. Als der Geiselnehmer jedoch später wieder aus einem Fenster auf die Polizisten schoss, erwiderten diese das Feuer und trafen den Mann tödlich.

Als die Polizisten die Wohnung betraten, fanden sie die drei von dem Schützen getöteten Geiseln - zwei Männer und eine Frau. Sie waren vermutlich schon tot, bevor die Polizei am Tatort eintraf. 

Über das Motiv der Tat ist noch nichts bekannt. Unklar ist auch, um wen es sich bei den Opfern handelt. Man geht davon aus, dass Täter, Opfer und die überlebende Frau allesamt miteinander verwandt waren.

Traurige Erinnerungen an Aurora-Bluttat werden wach
Die Stadt Aurora wurde im vergangenen Sommer weltbekannt, als der Todesschütze James Holmes in einem Kino während der Premiere des jüngsten "Batman"-Films zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt hatte (siehe Infobox). Gegen den Studenten der Neurowissenschaften läuft derzeit ein Gerichtsverfahren, bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihm die Todesstrafe.

Die Tat hatte die Waffendebatte in den USA wieder angefacht. Die Diskussion intensivierte sich zuletzt im Dezember nach dem Amoklauf in einer Volksschule im Staat Connecticut, wo der Schütze 20 Kinder und sechs Mitarbeiter der Schule tötete (siehe Infobox).

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