In Tirol findet diese Woche die bisher größte „Glückstagung“ statt, die es in dieser Form je gab. Mitorganisator Stefan Höfer von der Medizin-Uni Innsbruck spricht im Vorfeld über Glücksbringer, die jeder Mensch braucht und neue Hilfsmittel, die gefährlich sein können.
Glück! Wir suchen ein Leben lang danach. Dieses einzigartige Gefühl mag bis zu einem gewissen Grad individuell sein. Doch es gibt Glücksbringer, die allen Menschen guttun.
Der Trend, das Ich voranzustellen – die Glücksbestrebung durch Selbstoptimierung – mag legitim sein. Doch wichtiger sind andere Dinge.

Stefan Höfer, Gesundheitspsychologe
Bild: MUI/D. Bullock
1200 Teilnehmer aus 55 Ländern
„Wir brauchen immer andere Menschen, um zu dem zu werden, wer wir sind. Selbst ein Eremit hat einmal andere Menschen gebraucht, um Eremit werden zu können.“ Das sagt Stefan Höfer, Mitorganisator der Europäischen Konferenz für „Positive Psychologie“ – auch Glückstagung genannt -, die von Mittwoch bis Samstag in Innsbruck abgehalten wird. 1200 Teilnehmer aus 55 Ländern sind dabei. Es ist der elfte und bislang größte Kongress dieser Art.
Höfer ist Gesundheitspsychologe an der Universitäts-Klinik in Innsbruck und sieht das Miteinander als Bedingung für Glück: „Der Trend, das Ich voranzustellen – die Glücksbestrebung durch Selbstoptimierung – mag legitim sein. Das Wichtigste für unser Sein und damit auch für unser Glücklichsein ist aber die andere Person und das ist gleichzeitig die Herausforderung.“
Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Chatbot auf Menschen in Krisensituationen nicht adäquat reagiert?

Stefan Höfer, Gesundheitspsychologe
Bild: MUI/D. Bullock
Ungeklärte Fragen rund um den Einsatz von KI
Über diese Herausforderung wird bei der Glückstagung ebenso gesprochen wie über die Idee, Künstliche Intelligenz (KI) in der Psychotherapie einzusetzen. Etliche KI-Tools zielen darauf ab, eine zwischenmenschliche Beziehung nachzustellen oder gar zu ersetzen. Das birgt Gefahren. „Viele Fragen sind noch nicht ausreichend geklärt, etwa die der Verantwortung, wenn ein Chatbot auf Menschen in Krisensituationen nicht adäquat reagiert“, gibt Höfer zu bedenken. Wie die KI dennoch sinnvoll eingesetzt werden kann, wollen Kongressteilnehmer aufzeigen.
Wie wichtig Hoffnung für ein positives Leben ist, auch darum wird es in Innsbruck gehen. Höfer: „Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können versuchen, die Zukunft zu gestalten.“
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