Biologische Gründe?

Studie: Auch Menschenaffen haben Midlife-Crisis

Wissen
19.11.2012 21:00
Die Midlife-Crisis ist offenbar keine Erfindung des Menschen: Wie eine groß angelegte Untersuchung eines internationalen Forscherteams zeigt, sind auch Schimpansen und Orang-Utans sind in ihrer Lebensmitte unzufriedener und unglücklicher als in ihrer Jugend und im Alter.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie Betreuer von insgesamt 508 Menschenaffen unterschiedlichen Alters nach dem psychischen Zustand der Tiere befragt. Das Ergebnis: Affen im Alter von rund 30 Jahren wurden von ihren Betreuern als am unglücklichsten eingestuft. Dies entspreche einem Menschenalter von etwa 40 bis 50 Jahren.

Hat Midlife-Crisis biologische Wurzeln?
Ihr Wohlbefinden zeige damit ähnlich wie beim Menschen eine typische Senke im mittleren Alter, berichten die Forscher im US-Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Das deute darauf hin, dass die Midlife-Crisis möglicherweise sehr alte und eventuell biologische Wurzeln habe und nicht allein auf Faktoren im menschlichen Leben beruhe. Möglicherweise habe es sie schon bei den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffe gegeben, so die Wissenschaftler.

Wie wohl sich ein Mensch mit sich und seinem Leben fühlt, verändert sich mit dem Alter: "Studien in Dutzenden von Ländern zeigen, dass das psychische Wohlbefinden in der Jugend meist hoch ist, im mittleren Alter auf ein Minimum abfällt und dann mit zunehmendem Alter wieder langsam ansteigt", schreiben Alexander Weiss von der University of Edinburgh und seine Kollegen.

Ursache für Lebenskrise bis dato unklar
Diese typische U-Kurve zeige sich in armen und reichen Gesellschaften und sowohl bei Männern wie auch bei Frauen. Kinder oder andere persönliche Lebensumstände hätten ebenfalls nur einen geringen Einfluss. Die Ursachen der Midlife-Crisis seien bisher unklar. Einer Hypothese nach sollen enttäuschte Hoffnungen verantwortlich sein: Im mittleren Alter wird man sich bewusst, dass sich viele Ansprüche aus der Jugend nicht erfüllen lassen, beim Älterwerden lernt man dann, dies zu akzeptieren. Diese These könnte aufgrund der neuen Ergebnissen aber zumindest teilweise entkräftet werden.

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