Fünf BZÖler an Bord

Team Stronach will auch SPÖ, ÖVP und FPÖ "abfischen"

Österreich
22.10.2012 17:33
Das Team Stronach soll im kommenden Jahr mit zehn aktiven Abgeordneten in den Wahlkampf ziehen. Zwar will die Truppe des austro-kanadischen Milliardärs - mit mittlerweile fünf Überläufern aus dem BZÖ - zum Erreichen dieses Ziels keine weiteren Mandatare des orangen Bündnisses mehr in seinen Reihen aufnehmen, das "Abfischen" der Nationalratsparteien dürfte aber damit noch nicht vorbei sein. Weiter im Visier sind SPÖ, ÖVP und FPÖ, denn es gehe darum, bis zur Wahl "breiter" zu werden, erklärte der Abgeordnete Robert Lugar am Montag.

Mit den fünf Ex-Abgeordneten des BZÖ habe man die Voraussetzung für die Klubbildung geschaffen (siehe Infobox), meinte Lugar in der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neu präsentierten Stefan Markowitz sowie den weiteren Ex-BZÖ-Mandataren Erich Tadler, Christoph Hagen und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger. Das "Abfischen" aus dem orangen Bündnis ist damit den Angaben der Stronach-Truppe zufolge zu Ende. Man strebe nun eine "breite" Plattform an, die unabhängig von ideologischen Schranken agiere und nicht parteipolitisch denke, so Lugar.

Weitere Mandatare im Visier
Insgesamt hofft das Team Stronach, 2013 mit zehn aktiven Abgeordneten bei der Nationalratswahl antreten zu können. Mit den fünf orangen Überläufern und dem sechsten Stronach-Getreuen, dem früheren Sozialdemokraten Gerhard Köfer, fehlen also noch vier weitere Mandatare, um dieses Ziel zu erreichen. Mit einigen ÖVP-Abgeordneten und auch einem SPÖ-Mandatar habe man bereits Gespräche geführt, erklärte Lugar dazu. Er schloss auch nicht aus, einen FPÖ-Abgeordneten für das Team Stronach gewinnen zu können. Bei den Grünen rechnet er sich hingegen keine großen Chancen aus.

Entscheidend sei für ihn "die Vision" Stronachs gewesen und die Möglichkeit, in Österreich etwas verändern zu können, erklärte der Ex-BZÖler Markowitz als jüngster Zuwachs beim Team Stronach am Montag. Diese "Vision" jedoch in Worte zu fassen und etwa inhaltliche Unterschiede zum BZÖ zu erläutern, damit tun sich die Abgeordneten der neuen Bewegung noch schwer.

Mitarbeiterbeteiligung als Unterscheidungsmerkmal
So wurde als größter Unterschied zum orangen Bündnis die von Stronach geforderte und in seinen Unternehmen angewandte Mitarbeiterbeteiligung genannt. Auch beim Thema Europa gebe es Unterschiede. So wolle Stronach nicht einen Nord- und Süd-Euro, sondern den Euro retten. Allerdings sei nicht mehr die Frage, ob, sondern wann der Euro zusammenbrechen werde. Für eine Lösung des Problems gebe es mehrere Ansätze, meinte Lugar - ohne ins Detail zu gehen.

Wesentlich leichter fällt es den orangen Überläufern, die Unterschiede zwischen Neo-Politiker Frank Stronach und BZÖ-Obmann Josef Bucher zu benennen. So begründete Markowitz seinen Wechsel auch damit, dass der Chef des orangen Bündnisses für ihn nicht mehr zugänglich gewesen sei. Im Gegensatz zu Bucher habe er nun mit Stronach eine "Gallionsfigur", die schon gezeigt habe, wie man Arbeitsplätze schafft.

Bucher nicht "durchsetzungsstark"
Auch Lugar nannte als Grund für seinen Wechsel, dass man bei Stronach "mehr bewegen" könne. Der Austro-Kanadier könne Dinge umsetzen, Bucher sei hingegen nicht durchsetzungsstark. Im Gegensatz zum BZÖ und auch zu allen anderen Parteien sei Stronach unabhängig. Auch ÖVP-Obmann Michael Spindelegger habe Vertrauen in Stronach, sonst würde er ihm nicht die ÖBB anvertrauen, meinte Lugar.

Ein Problem im BZÖ sehen Lugar und Markowitz vor allem in den "Einflüsterern" Buchers. Konkret nannten sie EU-Mandatar Ewald Stadler, der die Macht in der Partei übernehmen wolle, den steirischen Abgeordneten Gerald Grosz sowie Pressesprecher Heimo Lepuschitz.

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