Förderung für Bauern

Statt langer Transporte: Mehr Kalb rosè in Kärnten

Kärnten
17.05.2024 13:03

Seltsam und unverständlich, aber derzeit Usus: 60 Prozent des in Österreich nachgefragten Kalbfleisches werden importiert, das bedeutet, 62.000 Kälber werden ins Land transportiert. Gleichzeitig werden 42.000 österreichische Kälber in andere Länder exportiert. Unter dem Titel Kalb rosè Austria ändert sich das.

„Es war einfach notwendig, dieses Programm Kalb rosè Austria zu etablieren“, betont Josef Fradler, der Obmann der BVG Kärntner Fleisch. „Kärnten leistet da seit 2019 Pionierarbeit.“ Was war die Herausforderung? „In Österreich herrscht die Milchwirtschaft vor. Männliche Milchrassekälber zu vermarkten, war immer herausfordernd, man konnte nur schwer Absatz finden. Mittlerweile aber sind wir in Kärnten 3600 Rinderbauern, österreichweit 35.000, die bei Kalb rosè Austria dabei sind“, freut sich Fradler.

Sandra Fradler bei den gut einen Monat alten Kälbern am Bauernhof in Möderndorf bei Maria Saal. ...
Sandra Fradler bei den gut einen Monat alten Kälbern am Bauernhof in Möderndorf bei Maria Saal. Dort wachsen stets etwa 30 Kälber auf.(Bild: Christina Natascha Kogler)

Josef und Sandra Fradler mästen selbst Kälber. „Die Kälber kommen von Milchbetrieben zu uns, da sind sie eineinhalb oder zwei Monate alt. Sie bekommen zunächst Milch aus Milchpulver, dann füttern wir langsam Heu dazu, später Kraftfutter wie Mais. Bis sie etwa acht Monate alt sind. Dann kommen sie nach Klagenfurt, wo sie geschlachtet werden. Bis dahin spielen sie miteinander. Es ist eine Freud‘, zu sehen, wie sie herumhupfen“, so Sandra Fradler.

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Nur jedes vierte Kalbsschnitzel in Österreich stammte auch aus Österreich.

Josef Fradler, Obmann der BVG Kärntner Fleisch, will vermehrt heimisches Kalbsfleisch vermarkten

So kann das Motto verfolgt werden: Geborgen, gemästet, geschlachtet in Kärnten.

Siegfried Huber, Martin Gruber und Josef Fradler bei einem zutraulichen Kalb.
Siegfried Huber, Martin Gruber und Josef Fradler bei einem zutraulichen Kalb.(Bild: Christina Natascha Kogler)

„Anfangs wurden über Kalb rosè Austria einige Hundert Kälber vermarktet, heute sind es 5000 im Jahr“, weiß Agrarreferent Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber. Aus dem Agrarreferat gibt es ab Juli eine Unterstützung, um noch mehr Landwirte für das Projekt zu gewinnen und sie bei der Kalbsvermarktung zu unterstützten. „Weil Regionalität bedeutet Versorgungssicherheit, garantiert Qualität und stärkt die heimischen Betriebe. Daher sind 120.000 Euro vorgesehen“, so Gruber.

Kalbfleisch-Fakten

Pro Kopf-Verbrauch in Österreich: 1,5 Kilo Kalbfleisch im Jahr

Kalbfleischimporte nach Österreich: 8,2 Millionen Kilo im Jahr

Gleichzeit werden 42.000 Kälber exportiert

Seit 2019 läuft das Projekt Kalb rosè Austria .

35.000 Rinderbauern in ganz Österreich, davon 3600 aus Kärnten, sind derzeit dabei

Die Kälber werden in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet (zwischen 6 bis 8 Monaten), das Fleisch trägt das AMA-Gütesiegel

Derzeit werden so 5000 Kälber im Jahr vermarktet. Der Bedarf liegt bei 15.000.

Ausbezahlt wird die Unterstützung im Nachhinein, berechnet nach Stückzahl. Für 5 bis 10 über Kalb rosè Austria vermarktete Kälber bekomme ein Bauer 700 Euro, für über 61 Kälber 2800 Euro.

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  Geboren, gemästet, geschlachtet im Land – statt zu importieren, statt der langen Transportwege.

Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten

„Die Daten kommen von der Bäuerlichen Vermarktung, der BVG Kärntner Fleisch, die Landwirtschaftskammer wickelt die Förderung des Landes ab“, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber.

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