Die verschärfte Rezession beschränke die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, so S&P. Die steigende Arbeitslosigkeit und Ausgabenkürzungen würden die soziale Unzufriedenheit schüren und die Spannungen zwischen der Zentralregierung und den Regionen verschärfen.
Aber auch die Entwicklung in der Euro-Zone sei für die Herabstufung mitverantwortlich. Zweifel an der Bereitschaft einiger Mitgliedsstaaten der Euro-Zone, die Kosten für eine Rekapitalisierung der spanischen Banken auf alle Schultern zu verteilen, würden den Kreditausblick belasten.
Weitere Abstufung droht
Der negative Ausblick bedeutet, dass Standard & Poor's die Bonität Spaniens noch weiter auf "BB+" senken könnte. Der Ratingagentur zufolge droht eine erneute Herabstufung, sollten die politische Unterstützung für die von der Regierung vorangetriebenen Reformen schwächer werden sowie Spaniens Zinsen an den Kapitalmärkten wegen mangelnder Unterstützung durch die anderen Länder der Euro-Zone über ein tragbares Niveau hinaus ansteigen.
Durch die Herabstufung bewertet S&P die spanische Kreditwürdigkeit nun wie Moody's. Auch diese Bonitätswächter prüfen, ob weitere Bonitätssenkungen nötig sind. Die dritte große Agentur Fitch stuft Spanien mit "BBB" ein und damit eine Note höher als die Konkurrenz.
Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote beträgt fast 25 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt des hoch verschuldeten Staates schrumpfte auch im dritten Quartal deutlich.
100-Milliarden-Hilfe fix
Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Einen Antrag auf Hilfe aus dem europäischen Rettungsfonds ESM für das gesamte Land hat die Regierung um Ministerpräsident Mariano Rajoy bisher noch nicht gestellt. Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt. Katalonien will nach den Regionalwahlen am 25. November ein Unabhängigkeitsreferendum abhalten.
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