Auch Flugzeuge der Lufthansa-Tochter Eurowings sollen im Auftrag der neuen Gesellschaft fliegen, die dann über 90 Jets der kleineren Airbus-Reihen verfügt. Sie wird für alle Flüge außerhalb der Drehkreuze München und Frankfurt zuständig sein. Im ersten Jahr sollen rund 18 Millionen Passagiere befördert werden, teilte Lufthansa weiter mit. Ein Markenname für die neue Gesellschaft steht noch nicht fest und soll erst in den kommenden Monaten gefunden werden.
Mit der neuen Airline will die Lufthansa im Europa-Geschäft wieder Geld verdienen. Wegen des harten Wettbewerbs mit Billiganbietern wie Ryanair oder Easyjet fliegt Deutschlands größte Fluggesellschaft hier seit Jahren Verluste ein.
"Entsprechender Qualitätsanspruch"
Die Gesellschaft werde als Teil des Lufthansa Airline Verbundes mit entsprechendem Qualitätsanspruch unterwegs sein, kündigte Vorstandschef Christoph Franz an. Die Bündelung der Direktverkehre berge erhebliche Effizienzpotenziale. Ziel sei es, die Verkehre unter dem Dach einer Gesellschaft wieder profitabel zu machen.
Die Gewerkschaften wehren sich gegen ein deutlich niedrigeres Tarifniveau im Vergleich zur Lufthansa-Passage. Nach Einschätzung der Gewerkschaft liegen die Gehälter der Germanwings-Flugbegleiter rund 40 Prozent unter Lufthansa-Niveau. Rund 2.000 der 18.000 Stewards und Stewardessen der Lufthansa müssten demnach in die neue Gesellschaft wechseln. Das Unternehmen hatte aber zugesichert, dass sie Angestellte der Lufthansa bleiben könnten.
Die Entgelte für die rund 2.000 Flugbegleiter sind nach den Streiks (siehe Infobox) auch inoffizielles Thema der Schlichtungsgespräche mit der Kabinengewerkschaft UFO.
Piloten-Gewerkschaft wehrt sich
Vorprogrammiert ist mit der Entscheidung auch Streit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), der Lufthansa-Vorstandschef Franz in den bereits laufenden Tarifverhandlungen ebenfalls Opfer für die neue Direktfluglinie abverlangen will. In der "Financial Times Deutschland" hat VC-Präsident Ilja Schulz schon einmal klargemacht: Einen Einsatz von Piloten in einer Lufthansa-Tochterairline zu anderen Tarifen und Arbeitsbedingungen wolle man nicht.
Um gutes Wetter bemüht sich die Lufthansa unterdessen bei ihren Kunden. Rund 90.000 vom Streik getroffenen Fluggästen habe man jeweils einen Gutschein über 20 Euro übermittelt, berichtete ein Sprecher. Voraussetzungen waren ein ausgefallener oder mindestens um zwei Stunden verspäteter Flug sowie die an Lufthansa übermittelte E-Mail-Adresse. Die Bonus-Codes seien als Dankeschön für das Verständnis gedacht und können ein ganzes Jahr lang eingelöst werden. Es handle sich um eine reine Geste, verpflichtet sei das Unternehmen dazu nicht.
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