"Eine Reihe von entwickelten Ländern wechselt zu schnell von wirtschaftlichen Konjunkturmaßnahmen zu staatlichen Haushaltskürzungen", heißt es in dem Bericht. Die UNO war Anfang des Jahres noch von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent ausgegangen.
"Mantra der Sparsamkeit" als großes Problem
Eines der Hauptprobleme sei der Mangel an Investitionen aus Angst der Regierungen vor Schulden, sagte Heiner Flassbeck, Chef-Volkswirt der UN-Organisation, in Genf. Angeführt von Deutschland hätten europäische Staaten ein "Mantra der Sparsamkeit" entwickelt, und andere Länder in der Euro-Zone seien dem Beispiel gefolgt. Das Ergebnis sei finanzieller Stillstand.
Allgemeines Sparen habe einen Kollaps der Wirtschaft zur Folge, warnte Flassbeck. Deutschland müsse mit gutem Beispiel vorangehen, denn: "Wenn Deutschland jetzt spart, wer soll dann Geld ausgeben?"
Von den Märkten komme das "falsche Signal", dass die Löhne weiter sinken müssten, kritisierte Flassbeck weiter. Vielmehr müssten die Regierungen ein "deutliches Zeichen setzen, dass sich das ändern muss". Weitere Kürzungen in einer allgemeinen Rezession vergrößerten langfristig nur die Staatsdefizite, warnte Flassbeck. Die Welt habe "sich selbst in eine Falle manövriert", indem sie glaube, dass sinkende Löhne die Antwort auf Arbeitslosigkeit seien.
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