"Die Krise im Euro-Raum schlägt auf die heimische Wirtschaftsentwicklung durch", lautete die Hauptaussage der Wifo-Experten zur BIP-Revision. Aber: Die Konjunktur in Österreich habe sich zwar deutlich abgekühlt, doch sei diese Entwicklung angesichts der Rezession im Euro-Raum als relativ gut zu bezeichnen. Allerdings sei der Ausblick gedämpft und neben der Schwäche der Weltwirtschaft durch die Krise im Euro-Raum belastet.
Mindestens ein Quartal negativ
Nach der noch stärker als ursprünglich erwarteten Wachstumsabschwächung im zweiten Quartal sehen sich die Wifo-Experten nun näher an, ob das heimische BIP im dritten oder im vierten Quartal oder sogar in beiden Vierteljahren gegenüber dem Vorquartal schrumpfen könnte. Dass heuer zumindest ein Quartal negativ wird, hatte das Wifo schon länger in seiner Prognose drinnen.
Österreichs Wirtschaft gerate zunehmend unter den Einfluss der europäischen Staatsschuldenkrise. So seien drei der fünf großen europäischen Volkswirtschaften (Großbritannien, Italien und Spanien) bereits in die Rezession geraten, Frankreichs BIP stagniere, lediglich aus Deutschland kämen noch positive Wachstumsimpulse.
Mäßige Konjunkturdynamik in fast allen Bereichen
Die mäßige Konjunkturdynamik der heimischen Wirtschaft zeigt sich in fast allen Nachfragekategorien: Die Anlageinvestitionen seien im zweiten Quartal ähnlich vorsichtig ausgeweitet worden wie im ersten Quartal. Während die Bauinvestitionen gegenüber der Vorperiode stagnierten, nahmen die Investitionen in Ausrüstungsgegenstände leicht zu. Der Konsum der privaten Haushalte stagnierte im zweiten Quartal zum zweiten Mal in Folge. Und der öffentliche Konsum stieg etwas schwächer als in der Periode zuvor.
Das Wachstum der Gesamtexporte verringerte sich vom ersten aufs zweite Quartal im Jahresabstand von 2,0 auf 0,3 Prozent, nachdem das Plus im vierten Quartal 2011 noch 3,7 Prozent ausgemacht hatte. Die Warenexporte schrumpften im zweiten Quartal um 0,6 Prozent im Jahresabstand, nach noch 1,0 Prozent Plus im ersten und 2,0 Prozent Plus im vierten Quartal.
Bei den Einfuhren war die Abschwächung noch massiver: Hier verringerte sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 0,1 Prozent im Jahresabstand, nach 1,2 Prozent Zuwachs im ersten und 4,0 Prozent im vierten Quartal. Bei den Warenimporten gab es nun mit 1,5 Prozent Minus im Jahresvergleich bereits den zweiten Rückgang in Folge.
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