Die Flugbegleiter der Lufthansa wollen die Arbeit am Dienstag erneut niederlegen. Zum Auftakt am Freitag waren in Frankfurt zahlreiche Flüge der Kranich-Airline ausgefallen (siehe Infobox). Wo und wann genau am Dienstag gestreikt wird, wollen die Arbeitnehmervertreter erst sechs Stunden vor Beginn des Ausstandes verraten. Fest steht allerdings, dass diesmal länger und an mehreren Orten gestreikt wird, so der Chef der Kabinengewerkschaft, Nicoley Baublies.
Streiktaktik "sehr fluggastfeindlich"
Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels kritisierte die Streiktaktik als "sehr fluggastfeindlich". Das kurze Zeitfenster lasse der Gesellschaft kaum eine Chance, die Passagiere rechtzeitig zu informieren. Die Lufthansa befinde sich daher in einer sehr schwierigen Lage. "Wir können ja nicht vorauseilend den Betrieb einstellen, denn dann müsste die UFO ja nur noch Streiks ankündigen."
Insgesamt sind die Möglichkeiten der Lufthansa nicht nur wegen der kurzen Vorwarnzeit begrenzt. Ersatzcrews stehen kaum bereit, und Tochter-Airlines wie Germanwings, die nicht bestreikt werden, haben nicht genug freie Plätze, um Tausende Lufthansa-Kunden aufzunehmen. Das zeigte sich bereits am ersten Streiktag - statt wie angepeilt 64 musste die Lufthansa 190 Verbindungen annullieren. 26.000 Passagiere saßen fest, die Kosten dafür gehen nach Konzernangaben in die Millionen.
Piloten werden sich vorerst nicht am Streik beteiligen
Die Flugbegleiter werden kurzfristig keine Unterstützung der Piloten erhalten. Deren Tarifverhandlungen werden erst im Oktober fortgesetzt, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg. Mit der Lufthansa stehe man in Verhandlungen. "Wir sind noch sehr weit von irgendwelchen Streiks entfernt. Es wäre total unseriös, jetzt darüber zu spekulieren."
Die VC verlangt nach eigenen Angaben Gehaltssteigerungen von 5,2 Prozent und strukturelle Verbesserungen insbesondere für die Co-Piloten. Die Lufthansa hat wie bei den Flugbegleitern Gegenforderungen aufgestellt.
Eine Lösung des Konflikts mit den Flugbegleitern ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht. Die Parteien reden nicht einmal miteinander. Das Unternehmen bietet ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings sollen die Flugbegleiter dafür länger arbeiten. UFO kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate und gegen die Auslagerung von Stellen.
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