Mord an Südtiroler

Leiche in Tirol: 40-jähriges Opfer vor Tat narkotisiert

Österreich
23.07.2012 15:42
Im Mordfall des Südtiroler Feinkosthändlers, dessen Leiche Ende April in Spiss im Tiroler Bezirk Landeck gefunden worden war, werden immer mehr Details bekannt. Demnach soll das 40-jährige Opfer vor der Tat narkotisiert worden sein, wie ein toxikologisches Gutachten nun bestätigte.

"Die Ermittlungen laufen noch bis September, dann werden die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben", so ein Beamter der ermittelnden Polizeidirektion Friedrichshafen in Deutschland am Montag. In jedem Fall werde es bis dahin noch weitere Untersuchungen auch vonseiten der Rechtsmedizin geben. 15 Beamte seien in Deutschland mit dem Mord betraut - in enger Kooperation mit den österreichischen Kollegen.

Verdächtige legten bislang kein Geständnis ab
Von den beiden in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen - die Ehefrau des Opfers, eine 36-jährige Südtirolerin, und deren Freund, ein 43-jähriger deutscher Staatsangehöriger - gebe es weiterhin kein Geständnis, erläuterte der Beamte. Jedoch gebe es mehrere Indizien, die den dringenden Tatverdacht gegenüber den beiden erhärteten. Wann Anklage erhoben wird, sei allerdings nicht absehbar. 

Die Ehefrau hatte ihren Mann am 22. Juli als vermisst gemeldet. In ihren Einvernahmen versuchte die 36-Jährige dann, die Ermittler auf eine falsche Fährte zu locken, indem sie den Beamten einen möglichen Verdächtigen präsentierte. Die Frau verstrickte sich bei ihren Aussagen jedoch in Widersprüche und dürfte so ins Visier der Polizei geraten sein.

Betäubt und erschlagen
Das Opfer stammte ursprünglich aus Vahrn bei Brixen. Zuletzt war der 40-Jährige im Bodensee-Raum wohnhaft, wo er mit Südtiroler Spezialitäten handelte. Am 25. April stießen Polizisten in Tirol auf seine Leiche - der leblose Körper wurde auf einem Hang unterhalb einer Straßenkehre in Spiss im Bezirk Landeck entdeckt. 

Bei der Obduktion einen Tag später stellte sich heraus, dass es sich um ein Gewaltdelikt gehandelt hatte. Peter H. dürfte erst narkotisiert, dann mit einem stumpfen Werkzeug geschlagen worden sein und dadurch ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Außerdem wies die Leiche Gewaltmerkmale am Hals auf. Eine mögliche Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden.

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