Deflations-Gefahr

IWF stellt Euro-Zone verheerendes Zeugnis aus

Wirtschaft
18.07.2012 16:24
Mehr als zwei Jahre nach Ausbruch der Schuldenkrise in der Euro-Zone stellt der Internationale Währungsfonds der EU ein verheerendes Zeugnis der Krisenbewältigung aus. Im jährlichen Bericht kommt der IWF zu dem Schluss, dass der Euro-Zone nach wie vor die "grundlegenden Werkzeuge" fehlten, um mit einem der Kernprobleme der Schuldenkrise fertigzuwerden: dem Teufelskreis zwischen schwachen Banken und den knappen Kassen der Regierungen. Zugleich forderte der IWF ehrgeizige Maßnahmen zur Wachstumsförderung.

In der Euro-Zone bestehe die Gefahr einer Deflation, also der Kombination von Preisverfall und Wirtschaftskrise. Die Wahrscheinlichkeit, dass es bis zum Frühjahr 2014 dazu kommen könnte, liege bei ungefähr 25 Prozent, heißt es in dem Bericht. Besonders den krisengeschüttelten Euro-Ländern wie Griechenland, Spanien oder Italien könnte dies schwer schaden. 

"Es muss mehr getan werden"
Die jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse nannte der IWF dagegen einen "Schritt in die richtige Richtung", aber es müsse mehr getan werden. So bekräftigte der IWF seinen Ruf nach einer "vollständigen Bankenunion" mit "größerer zentralisierter Risikoteilung".

Der IWF forderte außerdem die Europäische Zentralbank auf, im Kampf gegen die Krise die Geldpolitik weiter zu lockern. Er empfahl unter anderem weitere Zinssenkungen und einen verstärkten Ankauf von Staatsanleihen besonders gefährdeter Länder in der Euro-Zone.

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