Der Zins für Übernachteinlagen bei der EZB wird ebenfalls um 25 Basispunkte reduziert, er beträgt nun null Prozent. Damit lohnt es sich für Banken überhaupt nicht mehr, Milliarden kurzfristig bei der Notenbank zu parken.
Die meisten Volkswirte hatten die Zinssenkung im Kampf gegen eine Ausbreitung der Rezession erwartet. Die Inflationsrisiken gingen zuletzt zurück, während sich die schwache Konjunktur immer weiter ausbreitet. Ökonom Marco Valli von der Unicredit sieht klare Anzeichen, dass die wirtschaftliche Schwäche aus den Krisenländern zunehmend auf den Kern des Euro-Raums übergreift und die Dynamik nachlässt.
Niedrige Zinsen kurbeln Konjunktur an
Niedrige Zinsen verbilligen Kredite. Das erhöht tendenziell die Investitionsneigung von Unternehmen und die Konsumfreude der Verbraucher - und kann so die Konjunktur ankurbeln. Zugleich befeuern niedrige Zinsen aber die Inflation.
Viele Beobachter sehen die Notenbank als Krisenfeuerwehr, da sie anders als die Politik schnell auf Bedrohungen reagieren kann. Neben der Zinssenkung könnte die EZB zu weiteren Mitteln greifen, um maroden Banken und - indirekt - strauchelnden Staaten zu helfen. Sie könnte Banken erneut langfristig billiges Geld leihen oder wieder Anleihen von Krisenstaaten wie Spanien und Italien kaufen.
Letzteres hatte EZB-Ratsmitglied Klaas Knot kürzlich ausgeschlossen: "Das Anleihekaufprogramm schläft tief und fest, und das wird auch so bleiben."
Aktuell hat die EZB Staatsanleihen im Wert von mehr als 210 Milliarden Euro in der Bilanz. Das seit Mai 2010 laufende Programm war von Anfang an umstritten, weil damit im Grunde durch die Hintertür Staatsausgaben mit der Notenpresse finanziert werden. Seit Monaten hält sich die EZB mit neuen Käufen zurück.
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