Die Euro-Schuldenkrise und der Streit um das richtige Krisenmanagement dürften auch den G-20-Gipfel am Montag und Dienstag in Mexiko dominieren. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zuletzt verstärkt gegen Forderungen zur Wehr gesetzt, zur Bekämpfung der Krise auch neue Instrumente wie etwa gemeinsame Anleihen der Euro-Länder oder einen Schuldentilgungsfonds einzusetzen.
"Wenn Europa weiter so schwächelt, wird es an globalem Einfluss verlieren. Dessen müssen sich Europas Führer bewusst sein", sagte Zoellick dem Magazin. Zur Finanzierung der Rettungspakete gebe es schließlich genug Ideen: "Es gibt den Vorschlag, Euro-Bonds für Schulden von bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auszugeben. Alles, was die Länder darüber hinaus ausgeben, ginge auf ihre eigene Rechnung."
Europa könnte in diesem Fall von Amerika lernen, fügte der gebürtige US-Amerikaner und ehemalige Goldman-Sachs-Manager hinzu. So hätten die Vereinigten Staaten nach dem Unabhängigkeitskrieg ein einziges Mal die Schulden aller Einzelstaaten übernommen, seitdem seien diese auf sich allein gestellt. "Europa könnte ein ähnliches System einführen", sagte Zoellick.
Der Weltbankchef betonte, letztlich sei vor allem das Tempo im Kampf gegen die Schuldenkrise entscheidend: "Es kommt mir nicht so sehr darauf an, welches Modell die Europäer wählen. Sie sollen sich nur für eines entscheiden. Und zwar schnell."
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