Der 47-Jährige gab an, wegen Schmerzen aufgrund seiner Erkrankung selbst zum Joint gegriffen zu haben. Im Krankenhaus ließ er sich von seinen Hintermännern dazu überreden, als Drogenkurier zu arbeiten. Der Grund war offensichtlich: Niemand würde einen Schwerbehinderten kontrollieren.
Über mehrere Jahre hinweg holte der Angeklagte dann insgesamt 1.118 Kilogramm Drogen aus Spanien und Holland. Fast der gesamte Stoff - Cannabis und Haschisch - landete in der Schweiz. Etwas über 200 Kilogramm wurden in Frankreich in seinem umgebauten Lieferwagen sichergestellt, als der Mann im April 2011 bei einer Polizeikontrolle aufflog.
Schmuggler verpfeift Hintermänner
Bei seiner Einvernahme zeigte sich der 47-Jährige voll geständig und gab zu, über Jahre hinweg Schmuggelfahrten unternommen zu haben. Er nannte Namen und Adressen der Hintermänner, zwei der Komplizen sitzen bereits in Haft. Für seine Dienste habe er insgesamt 5.000 Euro plus Spesen für Treibstoff und Aufenthalt erhalten.
Mildernd auf das Urteil wirkte sich laut Richter Wilfried Marte das umfassende Geständnis aus. Der Angeklagte habe zudem die Namen der an dem Schmuggel beteiligten Personen genannt und werde in weiteren Verfahren ein wichtiger Zeuge sein. Erschwerend waren die großen Suchtgiftmengen, der Eigenkonsum des Mannes sowie seine Vorstrafen.
Der Mann erbat Bedenkzeit, auch Staatsanwalt Heinz Rusch gab vorerst keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig. Ob der Angeklagte - falls das Urteil Rechtskraft erlangt - seine Haftstrafe aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen wird antreten können, ist offen.
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