Hohe Beamte in Haft

Ungarns Polizei versinkt im Korruptionssumpf

Ausland
11.06.2012 15:58
Ein Korruptionsskandal erschüttert die ungarische Polizeiführung, hochrangige Offiziere wurden von einer Anti-Terror-Einheit verhaftet. Den Verdächtigen wird Bestechlichkeit im Amt, Amtsmissbrauch, Behinderung der Justiz sowie Menschen- und Drogenhandel vorgeworfen. Ein Behördensprecher beschrieb die Aktion als ein "Säuberungsfeuer" innerhalb der Polizei des Landes. Weitere Festnahmen seien demnach nicht auszuschließen.

Festgenommen wurden u.a. Oberstleutnant Imre G., Chef der Abteilung Organisiertes Verbrechen des Landespolizeipräsidiums (ORFK), Polizeimajor Lajos H., leitender Beamter in der Abteilung, Tamas K., Abteilungsleiter für Öffentliche Sicherheit des Budapester Polizeipräsidiums (BRFK) und Attila K., Ex-Fahnder des BRFK.

Beamte kassierten Gehälter von Rotlicht-Bossen
In U-Haft befinden sich auch zwei sogenannte Rotlicht-Bosse. Sie sollen den Polizisten monatliche "Gehälter" gezahlt haben, um "ungestört arbeiten zu können", berichteten die Medien. Dabei soll es sich um monatliche Zahlungen von 100.000 bis einer Million Forint (338 Euro bis 3.379 Euro) je Betroffenem handeln.

Die korrupten Polizisten hätten damit Erfolge von Razzien, Hausdurchsuchungen oder Fahndungen verhindert. Diese gehäuften Misserfolge waren letztlich der Auslöser einer streng geheim gehaltenen Operation der Mitarbeiter des ungarischen Dienstes für Nationalen Schutz, der seit eineinhalb Jahren fahndete.

Laut Innenminister Sandor Pinter war die Aufklärung des Falles auch deshalb "äußerst kompliziert", da es sich um führende Beamte handelte, die an verschiedenen Aktionen gegen das organisierte Verbrechen teilgenommen haben. Die Verhafteten weisen jede Schuld zurück.

"Säuberungsfeuer" innerhalb der Polizei
Laut ORFK-Sprecher Laszlo Garamvölgyi sei es durchaus möglich, dass es weitere Verdächtigte im Korruptionsskandal geben werde. Ein "Säuberungsfeuer" sei innerhalb der Polizei ausgebrochen, betonte Garamvölgyi am Montag im öffentlich-rechtlichen TV. Die Botschaft könnte durchaus sein, dass Personen, die jahrelang als "unantastbar" galten, auch die Chefs der Unterwelt, nicht "ungestraft davonkommen".

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
11.06.2012 15:58
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung