„Krone“-Kolumne

Ja, aber …

Kolumnen
27.01.2024 06:30

Sie sind jetzt oft zu hören und zu lesen, diese „Ja, aber“-Sätze: „Ich bin ja nicht antisemitisch, aber“, „Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber“, „Ich bin ja nicht ausländerfeindlich, aber“ . . . Als ob das, was vor dem Aber steht, dem Nachfolgenden jegliche Legitimation erteilen würde, mag es auch noch so diskriminierend sein.

Mit diesem „Ja, aber“-ismus, wie er von manchen Soziologen bezeichnet wird, lässt sich die Grenze des Sagbaren relativieren - und in kleinen Dosen das Gift einer menschenverachtenden Gesinnung verbreiten.

Auch deswegen ist der heutige Holocaust-Gedenktag gerade in einer Zeit, in der viele die Vergangenheit wieder vergessen wollen, so wichtig: Um daran zu erinnern, wozu diese Dosis Gift im allerschlimmsten Falle führen kann. „Der Nationalsozialismus hat sich vorsichtig, in kleinen Dosen, durchgesetzt - man hat immer ein bisschen gewartet, bis das Gewissen der Welt die nächste Dosis vertrug“, so auch eine Kernbotschaft in den Erinnerungen von Stefan Zweig.

Nur rund 245.000 Überlebende des Holocausts sind noch am Leben, ermittelte die Jewish Claims Conference. Sie sind zwischen 77 und 100 Jahre alt. Die meisten waren damals kleine Kinder, hineingeboren in eine vergiftete Gesellschaft, die sie umbringen wollte, nur weil sie Juden waren. Ihre Stimmen werden immer leiser - umso genauer sollten wir hinhören. Ohne Wenn und Aber . . .

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kolumnen
27.01.2024 06:30
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt