Mo, 23. Juli 2018

Betäubt und erwürgt

27.05.2012 19:44

Berliner Polizei klärt Mord im Darkroom auf

Die Berliner Polizei hat den gewaltsamen Tod eines Mannes im Darkroom einer Berliner Schwulenbar aufgeklärt. Ein 37-Jähriger wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Er soll einen 32-Jährigen vor drei Wochen in dem abgedunkelten Nebenraum für Sexkontakte betäubt und erwürgt haben, um ihn auszurauben. Wie die Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilte, erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl.

Der Mann stehe im Verdacht, schon wenige Tage zuvor einen Mann umgebracht zu haben. Ihm werde außerdem ein Mordversuch vorgeworfen, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Martin Steltner, der Nachrichtenagentur dpa. Der 37-Jährige habe alle drei Fälle "im Wesentlichen" gestanden. "Intensive Ermittlungen" hätten die Polizei auf den Zusammenhang der drei Taten gebracht, fügte er hinzu.

In allen drei Fällen soll der Mann seine Opfer zunächst mit der Droge Liquid Ecstasy betäubt haben. Anschließend raubte er ihnen Kreditkarten, Geld und andere Wertgegenstände. Die Ermittler werfen ihm vor, seine Taten heimtückisch und aus Habgier begangen zu haben.

Mit Kreditkarte des Opfers versucht, Bahnticket zu kaufen
Der Tote aus der Bar wurde am 5. Mai in dem Darkroom gefunden. Eine Obduktion ergab als Todesursache Strangulation und eine Überdosis. Der Täter soll später mit der Kreditkarte des Opfers versucht haben, ein Bahnticket zu kaufen.

Eine halbe Stunde nach der Tat im Darkroom soll der mutmaßliche Täter auf einem Berliner S-Bahnhof erneut zugeschlagen haben. Er bot einem Passanten ein mit Liquid Ecstasy versetztes Fläschchen an. Das Opfer trank daraus. Als es wehrlos war, soll der Täter Geldbörse und Bargeld an sich genommen haben. Eine Zeugin fand den hilflosen Mann. Er kam ins Krankenhaus und überlebte.

Bereits zuvor Mord in Berliner Wohnung verübt?
Bereits am 26. April soll der 37-Jährige einen Mann in dessen Berliner Wohnung getötet und ausgeraubt haben. In einem unbeobachteten Moment habe er ihm die gefährliche Flüssigkeit untergemischt. Mit dem Handy, der Geldbörse und dem Wohnungsschlüssel seines Opfers habe sich der Täter davongemacht. Er soll den Tod des Betäubten billigend in Kauf genommen haben, sagte Steltner. In welcher Beziehung Räuber und Opfer standen, war zunächst nicht geklärt.

Seit einigen Tagen hatten die Ermittler mit Bildern aus einer Überwachungskamera nach dem Täter gesucht. Hinweise hätten schließlich zu dem 37-Jährigen geführt, der dann anhand der Bilder eindeutig identifiziert worden sei, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.