„Krone“-Kommentar

Das andere Südafrika

Kolumnen
15.01.2024 20:00

Stolz tritt Südafrika in Den Haag als Weltankläger gegen Israel auf. Zu Hause hat Südafrika schon so gut wie alles verspielt, auf das es einmal stolz sein konnte.

1994 hatte der Weltstaatsmann Nelson Mandela einen funktionierenden Staat übernommen - den höchstentwickelten Afrikas - und ihn später seinen Nachfolgern des ANC (African National Congress) intakt hinterlassen. Seither geht es nur noch bergab.

Ja, Südafrika ist noch immer eine Demokratie, die Todesstrafe ist noch immer abgeschafft, die Medien sind frei, die Justiz ist (halbwegs) unabhängig. Doch die Lebensumstände verschlechtern sich kontinuierlich. Es rumort im Volk, besonders in der Jugend.

Der von Korruption zerfressene, übermächtige ANC hat das reiche Land systematisch abgewirtschaftet. Südafrika „sitzt“ auf Kohle, hat aber Stromabschaltungen von bis zu zwölf Stunden. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt bis zu 50 Prozent. Die Schere zwischen der breiten Masse und reichen Bonzen (Spitzname: „Schwarze Diamanten“) ist so groß wie in keinem anderen Land.

Und erst die Kriminalität: alle 22 Minuten ein Mord, alle 15 Minuten eine Vergewaltigung, fünf der 20 gefährlichsten Städte der Welt liegen in Südafrika. Das Staatsversagen des ANC liegt auf der Hand, Nelson Mandelas Erbe ist veruntreut worden.

Südafrika steht vor Neuwahlen. Israel hat es nicht verdient, dass es beim ANC für Wahlkampfprofilierung herhalten muss.

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