Das Geheimtreffen von Rechtsextremisten in Potsdam, die im herrenmenschlichen (Alb-)Traum der Deportation von Millionen schwelgen. Donald Trump, der in seiner scheußlichen Wahlkampf-Rhetorik nicht vor der Sprache der Nazis zurückschreckt. Hunderte Menschen, die in Rom die Hand zum faschistischen „Saluto romano“ erheben - und die italienische Ministerpräsidentin schweigt dazu. Und in Österreich Herbert Kickl, der mit dem Begriff „Volkskanzler“ den Geist einer dunklen Vergangenheit heraufbeschwört und Orbáns „illiberale Demokratie“, diesen zynischen Widerspruch in sich, feiert.
Nein, es sind keine guten Zeiten für freie Demokratien. Komplexe Probleme rund um die Welt schüren bei vielen die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Die Sehnsucht nach autoritären Kräften - dem „starken Mann“, der schon alles richten wird. Sie ist der ideale Nährboden für Populisten, die mit ihren hetzerischen Manipulationen zur Gefahr jeder Demokratie werden können.
In Deutschland gingen vergangenes Wochenende Tausende Menschen auf die Straße - als Antwort auf das Rechtsextremisten-Treffen in Potsdam. Gegen Faschismus und für die Demokratie. Ein wichtiges Zeichen, denn es ist höchste Zeit, dass die schweigende Mehrheit sich erhebt und das Megafon nicht den Extremisten aller Couleur überlässt. Demokratien sterben still, heißt es oft. Gerade in diesem Superwahljahr ist es wichtig, dass ihre Verteidiger umso lauter sind.
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