Do, 19. Juli 2018

Gegen Drogen

23.06.2005 14:10

Wien: Kindergärten ohne Spielzeug

Die Stadt Wien betreibt eine Vielzahl von Projekten zur Suchtprävention - auch für den Bereich Kindergarten gibt es eines: "Spielzeugfreier Kindergarten". Dabei räumt eine Kindergartengruppe für drei Monate alle vorgefertigten Spielsachen beiseite. Die Kinder lernen miteinander in der Gruppe zu spielen – ohne "materielle" Spiele.

"Es ist das oberste Ziel der Wiener Drogenpolitik, die Krankheit Sucht gar nicht erst entstehen zu lassen. Aus diesem Grund setzen wir eine Vielzahl an Maßnahmen zur Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen", sagt Gesundheits- und Sozialstadträtin Renate Brauner.

Projekt läuft derzeit in der Edtenreichgasse
Eine davon ist das Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten", das in Wien schon seit geraumer Zeit läuft - derzeit im Kindergarten Edtenreichgasse. In Absprache mit den Eltern wird dabei für jeweils drei Monate auf sämtliche herkömmliche Spielzeuge verzichtet. Der Phantasie der Kinder wird freier Lauf gelassen, was die Beschaffung neuer "Spielzeuge" betrifft. Das können Trinkbecher ebenso sein wie Steine, Blätter oder sonstige vorhandene Gegenstände. Es handelt sich um eine Maßnahme, die dazu beitragen soll, Kinder im späteren Leben vom Drogenmissbrauch abzuhalten.

Brauner: Tests haben gezeigt, dass das Fehlen des Spielzeugs die Kinder ermuntert, mehr darüber nachzudenken, wie sie sich selbst unterhalten können. Dadurch finden sogar jene, die häufig außerhalb der Gruppe stehen, eine Rolle.

"Idee des Verzichts"
Ziel sei es, den Kindern einerseits mit der Idee des Verzichts bzw. der Unabhängigkeit vertraut zu machen und andererseits soziales Verhalten zu fördern. All das soll dazu führen, die Kinder im späteren Leben vor den Gefahren des Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauchs zu schützen.

Weiteres Projekt an Volksschulen
Ebenfalls erfolgreich angelaufen ist das Projekt "Eigenständig werden", ein Programm zur Suchtprävention in Volksschulen, das auf die Stärkung der Persönlichkeit der Schüler und Schülerinnen abzielt. Das Lehrpersonal in mehrtägigen Schulungen mit den Grundsätzen suchtpräventiver Arbeit vertraut gemacht. Seit Projektbeginn im Jahr 2000 wurden über 300 Pädagoen aus 78 Volksschulen ausgebildet. Für 2006 sind 24 Schulungen geplant. Damit können 350 Lehrkräfte und rund 10.000 SchülerInnen erreicht werden.

Weitere Projekte sind zum Beispiel "Schultüte", das Eltern von Volksschülern konkrete Anregungen gibt, wie ihre Kinder mit Stresssituationen und auch negativen Erlebnissen gut umgehen können, oder "MOVE", ein Fortbildungsprogramm für Jugendarbeiter für den Umgang mit Jugendlichen, die schon mit Drogen in Berührung gekommen sind. 

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