Eltern empört

Padua: Schule ersetzt in Lied Jesus durch Kuckuck

Ausland
22.12.2023 12:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Lehrerinnen einer Volksschule im norditalienischen Padua haben sich viel Kritik zugezogen, weil sie in einem Liedtext für die traditionelle Weihnachtsaufführung der Schulkinder das Wort „Jesus“ durch „Kuckuck“ ersetzt haben.

In dem Bestreben, in den Familien von Kindern anderer Religionen keinen Unmut zu erregen, wurden aus dem Gedicht alle katholischen Bezüge, einschließlich des Namens Jesus und der Geburt Christi entfernt.

Eltern reagierten empört
Lokalen Medienberichten zufolge rief diese Entscheidung Zorn von Eltern der katholischen Schüler hervor. Die Verteilung der überarbeiteten und korrigierten Notenhefte an die Schüler verdeutliche den Versuch der Schule, eine „politisch korrekte“ Korrektur vorzunehmen, kritisierten die Eltern. Die Lehrer verteidigten sich und behaupteten, sie hätten sich zu Änderungen des Textes entschlossen, um Kontroversen in der Schule zu vermeiden.

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, zu der die Stadt Padua gehört, kritisierte die „künstliche“ Änderung eines Weihnachtsliedes. Dies fördere nicht die Integration. „Der Gedanke, die Integration zu begünstigen, indem man Hinweise auf unsere Religion, unsere Identität, die Kultur, die die Region Venetien seit Jahrhunderten geprägt hat, auslöscht, ist eine Geste, die wir nicht akzeptieren können“, sagte der Lega-Spitzenpolitiker. Der katholische Senator Antonio De Poli sprach von „einer Torheit, die unsere Werte und Traditionen beschmutzt“.

Neues Gesetz soll „Traditionen schützen“
Italien will Weihnachtstraditionen in den Schulen künftig schützen und verhindern, dass Weihnachtsfeiern in „Winterfeste“ umbenannt werden. Die Rechtspartei Fratelli d‘Italia (Brüder Italiens) um Premierministerin Giorgia Meloni brachte einen Gesetzentwurf im Parlament ein, der unter anderem das Aufstellen von Weihnachtskrippen sicherstellen soll. Der Entwurf sieht auch Sanktionen für Schuldirektoren vor, die das Gesetz nicht einhalten.

Laut dem Gesetzentwurf sollen traditionelle Feiern im Zusammenhang mit Weihnachten und dem Osterfest wie Krippenspiele, Theaterstücke und andere Veranstaltungen geschützt werden. Wann das Parlament den Gesetzesentwurf diskutieren wird, ist noch nicht bekannt. Von den Oppositionsparteien und dem Verband der italienischen Schulleiter gab es umgehend scharfe Kritik. „Die Traditionen des Landes müssen sicherlich berücksichtigt werden, aber sie per Gesetz vorzuschreiben, ist fehl am Platz“, mahnte der Vorsitzende des nationalen Schulleiterverbandes ANP Antonello Giannelli noch vor Bekanntwerden des Falles an der Schule in Padua.

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