Kontrolle ausbaufähig

„Tirols Tourismusverbände schwimmen in Geld“

Tirol
22.09.2026 08:00

Die 34 Tiroler Tourismusverbände haben jährlich ein Budget von knapp 300 Millionen Euro zur Verfügung, gespeist aus Nächtigungs- und Tourismusabgabe. Der Landesrechnungshof darf aber nicht prüfen, ob die Mittel sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig eingesetzt werden. Ein Vorstoß, das zu ändern, scheiterte am Widerstand von ÖVP und SPÖ.

Dass der Landesrechnungshof die vollständige Gebarung aller 34 Tiroler Tourismusverbände laut Landesordnung 1989 nicht prüfen darf, ist der Liste Fritz schon lange ein Dorn im Auge. Im Juni dieses Jahres unternahm sie einen neuen Anlauf, die Kontrolle durch den Landesrechnungshof zu verankern.

Immerhin geht es um ein Riesenvermögen: „Wir reden hier von einem durch die 34 Tiroler Tourismusverbände verwalteten Finanzvolumen von rund einer Milliarde Euro im Zeitraum einer Legislaturperiode“ hält Klubobmann Markus Sint fest.

Zitat Icon

ÖVP und SPÖ schützen damit TVB-Funktionäre zum Schaden aller Tirolerinnen und Tiroler, die Steuern zahlen. 

Landtagsabgeordneter Markus Sint (Liste Fritz)

Sattes Plus jährlich auf der Einnahmenseite
Zum Vergleich: Das Landesbudget umfasst sechs Milliarden Euro, allerdings pro Jahr. Im Jahr 2025 standen den Verbänden 280 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Gelder stammen einerseits aus der Nächtigungsabgabe, die jeder Gast zahlt, und andererseits aus der Tourismusabgabe, die jeder Unternehmer in Tirol leisten muss – egal, ob er vom Tourismus profitiert oder nicht.

Vielzahl an Aufgaben
Die Tourismusabgabe macht den größeren Anteil aus, sie wird von der Landesregierung eingehoben und an die Verbände weitergeleitet. Damit sollen sie ihre gesetzlich zugewiesenen Aufgaben erfüllen, wie zum Beispiel strategische Planung für das Verbandsgebiet, Marketing, Infrastruktur, Unterstützung der Mitglieder bei der Schaffung eines marktgerechten Angebots, Gästebetreuung und Veranstaltungsmanagement.

„Nur punktuelle Prüfung“
„Für uns als Kontrollpartei Liste Fritz ist klar: Wo so viel Geld drinsteckt, muss Kontrolle gewährleistet sein. Derzeit ist das nicht der Fall. Zwar gibt es in den Tourismusverbänden eine interne Kontrolle über den Aufsichtsrat und eine externe Kontrolle über die Abteilung Tourismus im Land Tirol. Aber beide funktionieren leider mehr schlecht als recht, wie der Landesrechnungshof in einem Prüfbericht 2024 festgestellt hat.“ Ob die Verbände mit den Geldern „sparsam, zweckmäßig und wirtschaftlich“ umgehen, werde nur punktuell beurteilt.

Vergangene Woche wurde der Fritz-Antrag im Finanz- sowie im Rechts- und Gemeindeausschuss behandelt. Ergebnis: abgelehnt. Die Sache wird aber Thema im Oktober-Landtag. 

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