Im Firmengeflecht von Immobilien-Jongleur René Benko jagt eine Hiobsbotschaft die nächste: Am Mittwochnachmittag ist bekannt geworden, dass die Bauträgerfirma der nicht insolventen Signa Development ein Sanierungsverfahren beantragt hat und damit vor der Insolvenz steht.
Die Bauträger-Tochter BAI (Bauträger Austria Immobilien GmbH) hat am Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt, wie der Alpenländische Kreditorenverband und der Kreditschutzverband KSV1870 am Mittwochabend mitteilten.
Über 4 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Die aktuellen Verbindlichkeiten sollen laut KSV1870-Informationen zu Liquidationswerten bei rund 4,55 Millionen Euro liegen. Von dem bevorstehenden Sanierungsverfahren seien 17 Mitarbeiter sowie 36 Gläubiger betroffen.
Grund für die bevorstehende Insolvenz sind laut Unternehmensangaben die aktuellen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - insbesondere die hohe Inflation, die Anhebung des EZB-Leitzinses und die KIM-Verordnung sollen dafür ursächlich gewesen sein.
Sanierungsquote von 20 Prozent angeboten
Der KSV1870 geht davon aus, dass das Sanierungsverfahren zeitnah eröffnet werden wird. Die Schuldnerin biete den Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans, an.
Hausgemachte Probleme
Die Signa Holding hatte die Insolvenz am 29. November beantragt, im Anschluss daran sind auch einige Signa-Töchter in Österreich und Deutschland - darunter SportScheck und die Informationstechnologie GmbH - bereits in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Der stark verschachtelte Signa-Konzern mit seinen rund 1000 Gesellschaften ist das bisher größte Opfer der Turbulenzen am Immobilienmarkt. Neben gestiegenen Zinsen machen Immobilienunternehmen auch höhere Baukosten und das Ausbleiben großer Immobilientransaktionen zu schaffen. Bei Signa kamen hausgemachte Probleme in der Unternehmensstrategie hinzu.
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