Bald ist Weihnachten und das ist schön. Denn dann ist die Vorweihnachtszeit vorbei. Die längste Jahreszeit des Jahres.
Die fängt im September an, wenn sich die ersten Regale in den Geschäften mit Weihnachtskram füllen, hat ihren ersten Höhepunkt im November, wenn die Straßen unter Weihnachtsdekorationen erleuchten und explodiert in der Adventzeit, wenn Besinnung Programm wird. Wenn man sich bibbernd vor Kälte an einen Becher heißes Zuckerwasser um sieben Euro klammert. Wenn sich Psychiatrie und Krankenhausbetten mit Verkäuferinnen füllen, die Weihnachtshits wie „Last Christmas“ nicht nur während des Einkaufsbummels, sondern den ganzen Tag lang anhören müssen, ebenso mit Autofahrern, die irgendwann einmal von einem Parkplatz geträumt haben und mit Hausbesitzern, die durch die Weihnachtsbeleuchtung des Nachbarn zu Epileptikern wurden.
Besser daheim planlos
Für Menschen mit Überlebensdrang kann die Devise in den letzten Wochen bis das Christkind auf die Erde niederkommt nur heißen: Urbane Gebiete großräumig meiden, oder am besten ganz daheimbleiben. Wenn einem zuhause nichts einfällt, was man schenken oder wünschen kann, ist man auch niemandem im Weg.
Weihnachten ist super, man hat sich lieb oder versucht es zumindest, viele befüllen es ja auch wirklich mit Sinn, es wird Gutes getan und sei es nur per Internetbanking. Ich mag es, wirklich, nur halt etwas zeitversetzt.
Ich mag die Nachweihnachtszeit. Die wird zwar nicht so ausgedehnt wie die Vorweihnachtszeit, aber der 25. und 26. Dezember gehören zu den genialsten Erfindungen des Christentums. Arbeitsfrei, nichts mehr zu erledigen, alle Geschäfte den ganzen Tag zu, die Straßen leer, alle sind erschöpft daheim und geben Ruhe. Da beginnt das Fest.
Die Bräuche danach
Und es gibt schließlich auch in diesen Tagen alle Jahre wiederkehrende Rituale und Bräuche, die Sicherheit geben, an die man sich halten kann. Winnetou eins bis drei und die Sissi Trilogie im Fernsehen. Bei dieser Meditationstechnik bin ich immer mit dabei, auch wenn ich noch immer nicht ganz verstanden habe, was genau der edle Apachen-Häuptling und die niedliche Kaiserin mit Weihnachten zu tun haben. Irgendeine Botschaft wird schon dahinter sein.
Aber man muss Weihnachten nicht alles hinterfragen und mit dem Verstand erfassen. Es reicht daran zu glauben.
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