Kurz nachdem sie ihre Ausbildung zur Sanitäterin abgeschlossen hatte, wurde Bernadette Sprachowitz während des „Kärnten läuft“-Halbmarathons zur Lebensretterin. Dafür wird die 39-Jährige geehrt!
Jemandem das Leben retten - eine intensive Erfahrung, wie Bernadette Sprachowitz erzählt. Dank der 39-jährigen Ludmannsdorferin endete der heurige „Kärnten läuft“-Halbmarathon Ende August nicht in einer Tragödie, sondern mit einem Happy End; ein Teilnehmer aus Wien hatte neben der Laufstrecke einen Herzstillstand erlitten.
In so einem Moment hat man einen Tunnelblick!
Bernadette Sprachowitz
Bernadette hat damals selbst mit der Samariterbund-Laufgruppe am Marathon teilgenommen: „Kurz vor dem Ziel hörte ich plötzlich zwei Frauen um Hilfe rufen“, erinnert sich die Rettungssanitäterin, die damals erst wenige Tage zuvor ihre Ausbildung abgeschlossen hatte. Ohne zu zögern, eilte sie zu Hilfe und reanimierte - völlig fokussiert darauf, was sie gelernt hatte - den regungslosen Wiener. „In so einem Moment hat man einen derartigen Tunnelblick, dass ich nicht mehr weiß, wie lange die Reanimation dauerte“, schildert die Kärntnerin der „Krone“. „Drei Durchgänge mit Pumpen“, soviel weiß sie noch.
Nach Rettung den Marathon beendet
Unterdessen setzten Passanten die Rettungskette in Gang; als das Rote Kreuz die Versorgung des Mannes übernahm, hatte die junge Heldin den Mann aber bereits zurück ins Leben geholt. „Als dann alles vorbei war, wusste ich gar nicht, was ich machen soll“, scherzt Sprachowitz im Nachhinein. Also beendete sie nach ihrer ersten (und erfolgreichen) Reanimation den Zehn-Kilometer-Lauf; trotz Rettungsaktion immerhin nach einer Stunde und 27 Minuten! Im Ziel erwartete sie dann nicht nur eine Medaille, sondern auch eine Ärztin, die Sprachwitz sogleich gratulierte.
Der Vorfall schlug hohe Wellen, Bernadette wurde oft darauf angesprochen: „Da ist man natürlich stolz!“ Aber besonders gefreut hat sie sich über die Dankes-Nachrichten der Familie des geretteten Teilnehmers. „Ich kann Ihnen gar nicht genug danken, dass Sie so schnell reagiert haben und unserem Papa somit das Leben gerettet haben“, schreibt seine Tochter. Die ganze Familie kommt im Dezember nach Kärnten, um sich noch einmal persönlich zu bedanken.
Für ihren Mut und ihr Engagement erhielt die 39-Jährige bei der heurigen „Lebensretter 2023 - Österreichs Heldinnen und Helden“-Gala in Wien eine Auszeichnung, überreicht von Bundeskanzler Karl Nehammer. Ausgestrahlt wird die Sendung am 19. Dezember, um 21:05 Uhr auf ORF2.
Nicht das erste Mal zur Heldin geworden
Übrigens: Bernadette rettete nicht zum ersten Mal ein Leben. Anfang 2014 war sie nämlich mit ihren Hunden Lennox und Louis der Samariterbund-Rettungshundestaffel beigetreten. „Auch damals war ich gerade frisch mit der Ausbildung fertig, als ich beim Spazierengehen mit Lennox einen Passanten im Schnee gefunden habe.“ Der 72-Jährige war gestürzt und verletzt liegen geblieben. Eine Nacht im Freien hätte er damals nicht überlebt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.